Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1350.

Von der Hanse bis ins Heute

Baltisches Studenten-Seminar in Libau, Lettland

Zanda Gutmane, Vertreterin der Rektorin der Universität, begrüßte die große Versammlung herzlich und bedankte sich für die jährlichen deutschen Aktivitäten. 40 Studenten von Universitäten und Sprachinstituten aus ganz Lettland (Libau, Windau, Dünaburg, Riga) und 36 interessierte Zuhörer (Letten, Russen, Deutschbalten, Deutsche, Schweizer) waren angereist, um über die Geschichte der Beziehungen von Letten und Deutschbalten etwas zu erfahren.

Die Professoren Misans, Jakovleva und Straube spannten einen weiten historischen Bogen von der Christianisierung im 12. Jahrhundert, über die Polen-, Schweden- und Zarenzeit bis hin zum nationalen Erwachen der Letten im 19. Jahrhundert und der Revolution 1905. Es folgten Vorträge über die deutsche Sprache und ihre Bedeutung für Lettland von Dr. Balode und Studienrat Hans V. Peter. Anschaulich berichtete C. Peplow, Greifswald, über 500 Jahre Hanse in Europa.

Dr. Plath, Greifswald, wissenschaftlicher Leiter des Seminars, erklärte die erste Selbständigkeit Estlands und Lettlands als Folge des Ersten Weltkriegs. Über die Reflexion des Zweiten Weltkrieges in der Gesellschaft Lettlands referierte Dr. Keruss.
Einen ganz besonderen Beitrag brachte Marianne Adolphi, Lüneburg. Sie hat die Umsiedlung der Deutschbalten 1939 aus Lettland und das Ende ihrer fast 800jährigen Geschichte im Baltikum als 16jährige Schülerin erlebt. Anhand zahlreicher Fotos schilderte sie umfassend das damalige Geschehen. Ein Stück lebendige, erlebte Geschichte einer Zeitzeugin.

Das 12. Studenten-Seminar in Libau/Liepaja zeigte deutlich, wie wichtig die Vermittlung der gemeinsamen baltischen Geschichte von Letten und Deutschen an die junge Generation ist. Auch konnte festgestellt werden, dass die deutsche Sprache wieder an Interesse gewonnen hat. Ganz neu ist, dass die lettischen Anwärter für das Studium zum Beruf des Deutschlehrers ein Jahr lang intensiven Deutschunterricht an der Universität nehmen müssen. Jeder Student erhielt ein Zertifikat der Universität, das seine Teilnahme am Seminar bestätigt.

Der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sei für die Finanzierung gedankt, die dieses wichtige Seminar in Lettland ermöglicht hat.

Babette von Sass (KK)

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