Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1343.

Von der Ostsee bis ins Seenland

Ausstellung zum Deutschen Orden in Franken und im Preußenland

Von-der-OstseeDer polnische Herzog Konrad von Masowien ruft den 1190 gegründeten Deutschen Orden zu Hilfe gegen die heidnischen, baltischen Prußen. Kaiser und Papst unterstellen dem Orden die zu erobernden Gebiete zwischen Weichsel und Memel. Deutsche Siedler kommen ins Land. Der Deutsche Orden gründet 93 Städte (u. a. Königsberg) und mehr als 1000 Dörfer. Parallel zur Entwicklung in Preußen errichtet der Deutsche Orden im Deutschen Reich zahlreiche Niederlassungen (Balleien).

Die fränkische Ordensprovinz wurde von einem Landkomtur von Ellingen aus verwaltet. Kurze Texte und viele Abbildungen stellen in der Sonderausstellung „Der Deutsche Orden in Franken und im Preußenland“ des Kulturzentrums Ostpreußen in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Fränkisches Seenland bis zum 30. Juni des einschlägigen „Themenjahrs“ diese spannende Parallelgeschichte anschaulich dar.

Der Deutsche Orden war einst ein bedeutender Machtfaktor in Europa – und im fränkischen Alltag. Die „Ballei Franken“ war die mächtigste Provinz im Deutschen Orden, Hauptsitz war Ellingen im heutigen Fränkischen Seenland. Seit 1216 hatte der Deutsche Orden Besitzungen in Ellingen. Damals war die Region das Zentrum dieser Territorial- und Wirtschaftsmacht, auch nachdem der Deutsche Orden seine Vormachtstellung im Baltikum und Ostpreußen und die bekannte Marienburg an der Nogat verloren hatte. Heute ist der Deutsche Orden klerikales Ordensinstitut päpstlichen Rechts, dem die Kongregation der Deutschordensschwestern ein- und ein Familiareninstitut angegliedert ist.

Kirchen und Häuser, die mit dem Deutschen Orden in Verbindung stehen, findet man an vielen Orten im Fränkischen Seenland.

Dem Deutschen Orden verdankt das-Eschenbach des Dichters Wolfram seine schönsten Sehenswürdigkeiten. Im 13. Jahrhundert begann der Orden hier eine große Kirche zu errichten – Teile des Liebfrauenmünsters stammen aus dieser Zeit. 1332 erhielten „die Brüder des Deutschen Ordens“ von Kaiser Ludwig dem Bayern das Stadtrecht für Eschenbach. Die planvolle Anlage des Ortes nach der Stadterhebung ist immer noch gut erkennbar.

Nach dem Aussterben der Ritter von Absberg, deren Stammsitz Burg Absberg war, wurde 1651 nach mehrjährigen Erbstreitigkeiten der Deutsche Orden mit dem Reichslehen zu Absberg belehnt. Von 1723 bis 1726 wurde das Absberger Deutschordensschloss als Vogtei im Auftrag von Karl Heinrich von Hornstein erbaut. Der Architekt war Franz Keller, als Baumeister wird Gabriel de Gabrieli vermutet. Die Ordenskapelle im Südflügel des Schlosses, die Pfarrkirche St. Ottilia, wurde 1777 erbaut. Zu dieser Zeit wurde auch ein barocker Obstgarten angelegt. Heute betreut die Regens-Wagner-Stiftung im Schloss Menschen mit Behinderung.

Die Katholische Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer in Hilpoltstein wurde nach Plänen des Ellinger Deutschorden-Baumeisters Franz Keller barockisiert, in Pleinfeld wartet die Deutschordenskirche St. Vitus im klassizistischen Stil auf Besucher. In Röttenbach zeugen das Alte Pfarrhaus und das Deutschordensschulhaus vom Deutschen Orden.

Zum Themenjahr wurde von der Schlossbrauerei Ellingen eine Sonderedition „Deutscher Orden Edelsud“ aufgelegt. Der Edelsud wird handwerklich gebraut und über viele Wochen in den Gewölbekellern des Brauhauses eingelagert, bis er seinen optimalen Reifegrad erlangt hat. Die besten Zutaten aus der Region machen den Edelsud zu einer typisch fränkischen Spezialität. Kompakter, feinporiger Schaum und ein feiner opalfarbener Glanz versprechen einen einzigartigen Biergenuss: ein kräftiges, helles Lagerbier, das nicht nur den Kennergaumen begeistert. Der Edelsud verfügt über Stammwürze von 11,5 Prozent, sein Alkoholgehalt beträgt 4,9 Prozent. „Deutscher Orden Edelsud“ mit dem edlen Sonderetikett ist im Themenjahr 2014 im Sechserträger oder als Einzelflasche in der Schlossbrauerei Ellingen sowie an der Kasse des Kulturzentrums Ostpreußen für 1,50 Euro die Einzelflasche sowie 7 Euro der Sechserträger erhältlich. Ein Versand ist nicht möglich, allerdings kann das Bier auch am Stand des Kulturzentrums beim Deutschlandtreffen der Ostpreußen am 17. und 18. Mai in Kassel erworben werden.

Manfred E. Fritsche (KK)

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