Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1248.

Wenn ich mir was wünschen dürfte…

Danziger Minderheitentage

Am 12. und 13. Oktober fanden zum vierten Mal in Folge die Tage der nationalen und ethnischen Minderheiten in Danzig, „Biografie Gdanskie“, statt. Organisiert wurden sie von der Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit den Danziger Minderheitenverbänden. In diesem Jahr wirkten die ukrainische, die weißrussische, die tatarische, die jüdische, die litauische und die deutsche Minderheit an der Gestaltung mit. Stadtpräsidentin Katarzyna Hall eröffnete das Festival im manieristischen Veranstaltungssaal des altstädtischen Rathauses mit einigen Reflexionen über den positiven Beitrag der Minderheiten im Danziger Leben. Am ersten Abend lag der Schwerpunkt des Festivals auf kulinarischen Präsentationen der einzelnen Minderheiten. Nach einer kurzen musikalischen Einlage mit folkloristischen Melodien Mittel- und Osteuropas und der Begrüßung erfolgte die Eröffnung des Buffets. Von tatarischem Pilaw über jüdischen Kaviar bis hin zu litauischem Baumkuchen – mehr als 30 Spezialitäten konnten die Besucher präsentieren. Die deutsche Minderheit bot Danziger Heringsspieße und verschiedene landestypische Salate an. Helga Joachimiak, Vorsitzende des Danziger Klubs bei der deutschen Minderheit: „Ich mag besonders den Nudelsalat – ich weiß, daß der in Deutschland besonders gerne auf Feiern gegessen wird.“

Unter musikalischen Vorzeichen stand der nächste Tag: ein weißrussisches Schülermusical, eine tatarische Trommelgruppe aus Vilnius und verschiedene folkloristische Auftritte lockten mehr als 200 Zuschauer an. Der Bund der Deutschen Minderheit präsentierte sich mit Liedern von Marlene Dietrich und Kurt Weill. Die Warschauer Sängerin Dana Bastek, Preisträgerin verschiedener Liederwettbewerbe, präsentierte die Werke (darunter ein polnischsprachiges) in Begleitung von Konzertgitarrist Krzysztof Panuciak und Pianist Mariusz Dubrawski. Die junge Sängerin begeisterte mit ihrer außergewöhnlichen, tiefen Stimme und ihrer gefühlvollen Interpretation von Werken wie „Die Seeräuber-Jenny“ und „Wenn ich mir was wünschen dürfte“.

Gerhard Olter, Geschäftsführer des Bundes der Deutschen Minderheit in Danzig: „Das Festival ist für uns jedes Jahr ein großes Ereignis. Für uns ist das eine Anerkennung als Minderheit und eine Möglichkeit, uns, unsere Kultur und Tradition zu präsentieren. Das Interesse an der Minderheitenthematik wächst – das sieht man hier besonders am großen Besucheransturm. Ich denke, das ist ein gutes Zeichen.“

Margret Kutschke (KK)

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