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Ausgaben: Ausgabe 1392.

„Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen“

Das Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg zeichnet Lebenswege von jüdischen Palästina-Auswanderern aus Osteuropa nach

Je mehr man davon sieht, desto weniger kann man darüber sagen. Was ist überwältigender, die Ballung der Schönheiten und Denkwürdigkeiten oder jene der Widersprüche etwa in Jerusalem?
Bild: Wikimedia Commons

Anhaltende Konflikte mit seinen Nachbarstaaten und dem Iran sowie mit den arabisch-palästinensischen Flüchtlingen in Gaza überschatten die Jubiläumsfeierlichkeiten zur Staatsgründung Israels vor 70 Jahren. Dabei brachte der letzte Tag des Mandats Großbritanniens über Palästina, der 14. Mai 1948, für Juden in der ganzen Welt die Erfüllung eines lang gehegten Traumes: die Verwirklichung der Vision Theodor Herzls, eine sichere Heimstätte, einen eigenen jüdischen Staat zu schaffen. Für mehrere Hunderttausend arabische Palästinenser dagegen bedeutete dieser Tag den Beginn des Albtraums der „Nakba“, von Flucht und Vertreibung aus ihrer Heimat in der Folge des ersten israelisch-arabischen Krieges im Nahen Osten.

Das Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg zeigt aus aktuellem Anlass bis zum 22. November die Ausstellung „Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen – Lebenswege von jüdischen Palästina-Auswanderern aus Osteuropa“. Dr. Christine Absmeier, Leiterin des Hauses, sprach bei der Ausstellungseröffnung am 2. Mai in Stuttgart die Hoffnung aus, dass der Blick in die Geschichte zu einem besseren Verständnis der heutigen Konflikte beitragen könne. Der württembergische Landesrabbiner a. D. Dr. Joel Berger, in Budapest geboren und aufgewachsen, erlebte seit seiner Kindheit in Ungarn die Folgen antijüdischer Gesetze, die Verfolgung und den Völkermord an den Juden. Er nahm in seiner Eröffnungsansprache diesen biographischen Faden auf und erklärte, warum es für die Juden Europas so wichtig war, eine sichere Heimat zu haben. Mehrere Zehntausend Juden verließen seit 1933 Mitteleuropa und entkamen so der Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten.

Die vom Haus der Heimat konzipierte und erarbeitete Ausstellung zeigt, wie bereits seit den 1880er Jahren Juden vor allem aus Russland, Polen und Rumänien auswanderten, um wirtschaftlicher Not oder antisemitischer Verfolgung zu entgehen. Die Ausstellung bietet Inszenierungen, Audio- und Filmstationen, Objekte und reich illustrierte Texttafeln. Manche Namen von Auswanderern dürften weithin bekannt sein (David Ben Gurion, Golda Meir), andere werden wieder in Erinnerung gerufen. Und nicht selten erfahren Ausstellungsbesucher von ehemaligen jüdischen Landsleuten aus der eigenen Heimatstadt, z. B. aus Königsberg, Danzig, Prag oder Czernowitz.

Das Erscheinungsbild des Schiffes im Hintergrund beschwört das fatale Wort „Seelenverkäufer“ herauf, wäre da nicht die verhaltene Hoffnung in den Gesichtern im Vordergrund
Bilder aus der Ausstellung

Die Ausstellung setzt mit der Ausweisung der Juden aus der Heiligen Stadt Jerusalem durch die Römer im Jahr 135 ein. Rund um das Mittelmeer und die alten Handelswege verteilte sich die jüdische Diaspora. In Jahrhunderten entstanden durch Migrationsprozesse kulturelle Unterschiede von sephardischen (iberischen, später vor allem osmanischen) und aschkenasischen Juden im Heiligen Römischen Reich, in Polen und Russland. Um 1800 lebten in Palästina kaum mehr als 5000 Juden, der Schwerpunkt der jüdischen Siedlung lag im Zarenreich Russland.

Als Resultat eines langwierigen Emanzipationsprozesses erhielten Juden in vielen Ländern West- und Mitteleuropas bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts staatsbürgerliche Gleichberechtigung. Gleichzeitig wuchs der Antisemitismus in fast allen Ländern Europas zu einem Massenphänomen an. Doch die Mehrheit der Juden ließ sich nicht davon abhalten, sich mit dem Land zu identifizieren, in dem sie lebten: als jüdische Franzosen, jüdische Deutsche, jüdische Österreicher usw. Nur der Glaube ihrer Vorväter unterschied sie noch von den übrigen Staatsbürgern.

Der Rückkehrwunsch nach „erez jisrael“ verblasste. Völlig anders stellte sich die Lage der Juden in Osteuropa dar, wo sie wesentlich zahlreicher waren als im übrigen Europa. Die Emanzipation blieb in ihren Anfängen stecken. Sie unterschieden sich durch ihre eigene Sprache (Jiddisch im Alltagsleben, Hebräisch im Gebet und im Studium der heiligen Schriften), durch Kleidung und kulturelle Traditionen von der Mehrheitsbevölkerung.

Nach jüdisch-orthodoxer Vorstellung war das Exil bzw. die Diaspora eine von Gott auferlegte Last für die Sünden des Volkes. Der Versuch, diese Verhältnisse zu ändern und ein jüdisches Reich zu errichten, galt als Rebellion gegen den Willen Gottes. In der Mitte des 19. Jahrhunderts schlugen jedoch zwei orthodoxe Gelehrte behutsam einen neuen Weg ein. Der in Sarajewo geborene und im serbischen Semlin wirkende sephardische Rabbiner Jehuda Alkalay (1798–1878) und der im westpreußischen Thorn lehrende aschkenasische Rabbiner Zwi Hirsch Kalischer (1795–1874) forderten dazu auf, wieder Hebräisch zu lernen und sich im Land der Väter anzusiedeln.

Im März 1881 fiel der russische Zar Alexander II. einem Attentat zum Opfer. Nach staatlicherseits geduldeten Pogromen gegen Juden vor allem in Kiew und Odessa entschlossen sich Tausende russischer Juden zur Auswanderung. Auch der jüdische Arzt Leon Pinsker (1821–1891) aus Odessa sah die Emanzipation der Juden als gescheitert an. Er veröffentlichte 1882 in Berlin in deutscher Sprache sein Pamphlet „Auto-Emancipation“, worin er die bisherige passive Haltung der Juden ihrem Schicksal gegenüber kritisierte.

Pinsker forderte sie auf, einen eigenen jüdischen Staat zu gründen. Im oberschlesischen Kattowitz organisierte er 1884 die erste internationale Konferenz der Bewegung „Chibbat Zion“. Ihr Ziel war es, ein jüdisches Gemeinwesen in Palästina zu gründen. Bereits im Juli 1882 hatten jüdische Studenten aus Charkow und Anhänger von „Chibbat Zion“ einem arabischen Dorf in Palästina Land abgekauft und darauf die Siedlung Rischon LeZion gegründet, heute ist das eine Großstadt mit 250 000 Einwohnern.

Aus- und Abstieg, auf dass es in Zukunft aufwärts gehe: Ankunft, in jüngerer Zeit mit der israelischen Fluglinie El Al. Der Ausdruck findet sich in der Bibel und bedeutet „nach oben“, „zu Gott hin“

Etwa 25 000 Juden aus Russland und Rumänien kamen bis zur Jahrhundertwende nach Palästina. Unter ihnen war Eliezer Ben Jehuda (1858 Litauen – 1922 Jerusalem). Er hatte die Vision, dass sich alle Juden eines Tages wieder in ihrer alten Sprache verständigen würden. Doch in Jerusalem sprachen damals die Juden je nach ihrer Herkunft z. B. Jiddisch, Ladino (Sephardisch), Arabisch oder Georgisch. Mit Mut und Beharrlichkeit widmete Ben Jehuda sein Leben dem Hebräisch-Studium. Um die alte Sprache in der modernen Welt alltagstauglich zu machen, erschuf er neue Wörter. Gegen den Widerstand der orthodoxen Juden machte er Hebräisch zur Umgangssprache der jungen Generation in Palästina und schuf damit das heutige Ivrit.

Doch der Pioniergeist der ersten Einwanderergeneration mit zwei Dutzend neu gegründeten jüdischen Siedlungen hatte sich u. a. wegen innerer Missstände und schwieriger landwirtschaftlicher Bedingungen bald erschöpft.

Erst mit Theodor Herzl kam der Durchbruch. Als Sohn einer assimilierten sephardisch-aschkenasischen Familie 1860 in Budapest geboren und in Wien aufgewachsen, berichtete er als Korrespondent der größten Wiener Zeitung in Paris 1894 vom Hochverrats-Prozess gegen den jüdischen, aus dem Elsass stammenden Offizier Alfred Dreyfus. Die antisemitischen Begleiterscheinungen erschreckten Herzl. Er wurde Zionist und veröffentlichte 1896 in Leipzig das Buch „Der Judenstaat“. Wie Pinsker zehn Jahre zuvor forderte Herzl dazu auf, einen eigenen Staat für Juden zu gründen.

Die Resonanz war unterschiedlich: Während ihm assimilierte deutsche Juden widersprachen und orthodoxe Rabbiner eine Verfälschung der messianischen Idee vorwarfen, erntete er bei Anhängern der Zionsidee große Begeisterung. Mit Max Nordau aus Pest, David Wolffssohn aus Litauen und Max Isidor Bodenheimer aus Stuttgart gewann er wichtige Mitstreiter. Im August 1897 berief Herzl den ersten zionistischen Weltkongress nach Basel ein. In seinem Tagebuch notierte er: „In Basel hab ich den Judenstaat gegründet. Wenn ich das heute laut sage, würde mir ein universelles Gelächter antworten. Vielleicht in fünf Jahren, jedenfalls in fünfzig wird es jeder einsehen.“

Zu diesem Zeitpunkt waren viele osteuropäische Juden bereits aufgebrochen, um in den USA ein neues Leben zu beginnen. Damit waren sie nach Ansicht Herzls für den Aufbau eines jüdischen Staates „verloren“. Die Frage, wo und auf welche Weise der eigene Staat verwirklicht werden sollte, entzweite jahrelang die Delegierten des Weltkongresses. Herzl verhandelte erfolglos mit dem Osmanischen Reich, um ein zusammenhängendes Siedlungsgebiet unter türkischer Oberhoheit zu erhalten. Auch unbewohnte Gebiete in Argentinien zog er in Betracht. Als Ostern 1903 im bessarabischen Kischinjow zahlreiche Juden einem Pogrom zum Opfer fielen, bot die englische Regierung Herzl an, im zentralafrikanischen Uganda einen halbautonomen jüdischen Staat aufzubauen. Herzls Kritiker aus der Bewegung „Chibbat Zion“ verweigerten sich sämtlichen Alternativen. Allein in Palästina sollte der jüdische Staat geschaffen werden. Kurz darauf starb Herzl im Alter von 44 Jahren.

Die Folge des Pogroms von Kischinjow war eine Emigrationswelle von Juden aus Russland, die in die USA, nach Argentinien, Südafrika, Deutschland oder Palästina auswanderten. Auch im Anschluss an die gescheiterte russische Revolution von 1905 kam es zu einer weiteren Auswanderungswelle. Mit den etwa 40 000 neu eingewanderten russischen Arbeitern und Bauern kamen sozialistische Ideen nach Palästina. Unter ihnen war auch der spätere Staatsgründer Israels und erste Ministerpräsident David Ben Gurion (1886 Płonsk bei Warschau – 1973 Ramat Gan).

Für Großbritannien war das Heilige Land von kolonial-strategischer Bedeutung. Der Suezkanal ermöglichte seit 1869 eine schnelle Verbindung nach Indien, die 1882 durch die militärische Besetzung Ägyptens gesichert wurde. Die Landbrücke nach Indien war jedoch durch das Osmanische Reich, zu dem Palästina gehörte, versperrt. Im Ersten Weltkrieg sicherte sich London die Gunst von Arabern und Juden, um das vom Kriegsgegner Deutschland unterstützte Osmanische Reich zu stürzen. Dem arabischen Wunsch, ein unabhängiges arabisches Königreich zu errichten, stimmte die britische Regierung im Juli 1916 zu. Auch der zionistischen Bewegung versprach sie im November 1917 in der sogenannten Balfour-Erklärung eine „nationale Heimstätte“ des jüdischen Volkes. „Im Prinzip wollten die Zionisten ihren Staat auf Kosten der arabischen Palästinenser und diese ihren Staat auf Kosten der Zionisten verwirklichen“, sagt der Historiker Michael Wolffsohn. Zionisten und arabische Nationalisten erwarteten 1918 gleichermaßen, dass Großbritannien seine Versprechen wahrmachen würde. London hatte jedoch eigene Interessen. Im geheimen Sykes-Picot-Abkommen mit Frankreich hatte man bereits 1916 die erhoffte „osmanische Beute“ unter sich aufgeteilt. So kamen 1922 das heutige Syrien und der Libanon als sogenanntes Mandatsgebiet an Frankreich, das Heilige Land und Jordanien an Großbritannien.

Historische Sachlichkeit bei aller emotionalen Aufladung: Blick in die Ausstellung
Bild: der Autor

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges veränderte sich die politische Landkarte Europas. Die Vielvölkerreiche Österreich-Ungarn und Russland, in denen der größte Teil der Juden Europas lebte, zerfielen. Im neu gegründeten polnischen Staat hatten sie einen Anteil von etwa 10 Prozent an der Gesamtbevölkerung, in den Großstädten Warschau, Lodz, Lemberg u. a. etwa 30 Prozent. In den neuen Nationalstaaten wurden Juden oft verdächtigt und ausgegrenzt. Wegen der Wirren der Oktoberrevolution 1917, kriegerischer Auseinandersetzungen, Pogromen und Hungersnöten emigrierten viele russische, ukrainische und polnische Juden. Auf dem Weg in die USA war für Zehntausende Juden Berlin eine Zwischenstation. Aus zionistischer Überzeugung und vertrauend auf das britische Versprechen, eine jüdische Heimstätte zu errichten, kamen von 1919 bis 1924 etwa
37 000 jüdische Immigranten nach Palästina, darunter Golda Meir, die spätere Ministerpräsidentin Israels.

Die USA, wichtigstes Zielland jüdischer Migration, hatten im „Immigration Act“ von 1924 den Zuzug von Einwanderern aus Osteuropa auch aus Furcht vor kommunistischen Revolutionären stark eingeschränkt, ebenso Kanada, Argentinien, England und Südafrika. Zur gleichen Zeit führten eine Wirtschaftskrise in Polen, antisemitische Propaganda und Boykottaufrufe dazu, dass jüdische Handwerker, Kaufleute und Gewerbetreibende nach Palästina emigrierten. Innerhalb von fünf Jahren wanderten 65 000 Menschen, darunter die Hälfte aus Polen, nach Palästina ein, was die Aufnahmefähigkeit des Landes erheblich überforderte. Als Folge kehrten zeitweise mehr Menschen Palästina wieder den Rücken, als dorthin einwanderten.

Bis Ende der 1920er Jahre waren nur etwa 2000 Juden aus Deutschland nach Palästina ausgewandert. Die Rückkehrer-Quote war hoch. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 änderten sich jedoch die Rahmenbedingungen grundlegend. Juden wurden ausgegrenzt und Schritt für Schritt radikal entrechtet. Sie durften keine öffentlichen Schulen, Theater, Kinos oder Cafés mehr besuchen. Die Nürnberger Gesetze machten 1935 die „arische Abstammung“ zur Bedingung für die Anerkennung als Vollbürger. Ehen zwischen „Ariern“ und Juden galten als „Rassenschande“. Am 26. Mai 1935 hatte der knapp einstündige Dokumentarfilm „Land der Verheißung“ seine Welt-Uraufführung in Berlin, Breslau und Hamburg. Der erste Tonfilm aus Palästina schilderte in Interviews, dokumentarischen Szenen und Reisedarstellungen die zionistische Aufbauarbeit. Der Film rief euphorische Reaktionen des jüdischen Publikums in Deutschland hervor. Von dem fernen Palästina ging seitdem eine große Faszination aus.

Dabei war Palästina damals ein wenig entwickeltes Agrarland. Die natürlichen Ressourcen waren in osmanischer Zeit ausgebeutet und die Baumbestände abgeholzt worden. Das Verkehrswesen war unterentwickelt. Der Hafen von Haifa wurde erst 1934 fertig gestellt, die Küstenstraße nach Tel Aviv 1936. Die britische Mandatsmacht ließ das alte türkische Recht gelten und führte zusätzlich englische Gesetze ein. Das Land verwaltete sie wie eine Kronkolonie des Königreiches. Sie ließ so viele Juden einwandern, wie das Land wirtschaftlich aufnehmen konnte. Lediglich Personen mit 1000 Pfund Sterling konnten ohne Begrenzung einwandern. Dennoch hatte sich die Zahl der jüdischen Einwohner innerhalb eines halben Jahrhunderts von 5000 auf etwa 250 000 erhöht, denen noch immer eine Bevölkerungsmehrheit von über 800 000 Arabern gegenüberstand. Von 1936 bis 1939 fand ein weiterer arabischer Aufstand mit einer Serie von Gewaltakten gegen Juden und Engländer statt. Araber wehrten sich gegen die weitere Einwanderung von Juden und den schleichenden Verlust ihrer Heimat.

Von 1933 bis 1941 wanderten, teils illegal, etwa 75 000 deutschsprachige Juden aus dem Deutschen Reich (55 000), Österreich (9500) und der Tschechoslowakei (11 000) nach Palästina ein, unter ihnen eine große Anzahl Ärzte, Juristen, Wissenschaftler und Kulturschaffende. Die vor ihnen gekommenen osteuropäischen Juden konnten mit dem intellektuellen „Wasserkopf“ nichts anfangen. Sie hielten den Neulingen vor, nicht freiwillig aus zionistischer Überzeugung gekommen zu sein, und nannten sie spöttisch „Jeckes“, weil sie selbst bei der Arbeit in mediterraner Hitze niemals ihre Jacken ablegten. Zudem bewahrten sie ihre angeblich „deutschen Tugenden“ wie Pünktlichkeit, gutes Benehmen und adrette Kleidung. Für viele „Jeckes“ war die Einwanderung nach Palästina zunächst de facto ein sozialer Abstieg. Sie waren zu schmerzlichen Anpassungen an die Normen und Bedürfnisse der Pioniergesellschaft gezwungen. Sie zogen in die Städte, gründeten Industriebetriebe, Banken und Versicherungsgesellschaften. In Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft waren sie lange Zeit überrepräsentiert. Ihr politischer Einfluss blieb jedoch gering, da sie mehrheitlich kein oder nur schlecht Hebräisch sprachen und ihre Interessen öffentlich kaum vertreten konnten.

Carsten Eichenberger (KK)

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