Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1254.

Wenzel-Jaksch-Medaille für Volker Kauder

Verdiente Ehrung des Bundes der Vertriebenen für den Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach MdB, überreichte bei Gelegenheit des Jahresempfangs des BdV im Opernpalais in Berlin Unter den Linden am 4. März die nur selten verliehene Wenzel-Jaksch-Medaille des BdV an den Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder MdB.

Die Medaille ist im Gedenken an den bekannten Sozialdemokraten Wenzel Jaksch geschaffen worden, um Persönlichkeiten auszuzeichnen, die sich um die Kenntnis von Schicksal und Kulturerbe der deutschen Vertriebenen aus dem Osten besonders verdient gemacht haben. Wenzel Jaksch, der in Zusammenhang mit dem Anschluß des Sudetenlandes an das Deutsche Reich vor den Nationalsozialisten nach Großbritannien geflohen war, hat am Ende des Zweiten Weltkrieges vergeblich versucht, die von Benes betriebene Vertreibung von 3,5 Millionen Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei zu verhindern. Seit 1953 gehörte er der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag an und war in den fünfziger und sechziger Jahren einer der herausragenden Vertriebenenpolitiker in der Bundesrepublik Deutschland. Von 1964 bis zu seinem Tode im Jahre 1966 war er Präsident des Bundes der Vertriebenen.

Volker Kauder, der jetzt die zuletzt 2003 an den damaligen Bundesminister des Innern, Otto Schily, verliehene Medaille erhielt, ist als Kind Vertriebener aus Jugoslawien mit dem Vertreibungsschicksal persönlich eng verbunden. In seinen Dankesworten berichtete er über die Verwurzelung namentlich seiner Mutter in dem deutschen Siedlungsgebiet im ungarischen Südosten, das dann zu Jugoslawien geschlagen wurde. Er hat sich daher vom Beginn der Regierung der Großen Koalition an nachdrücklich für die Errichtung eines Zentrums gegen Vertreibungen in Berlin eingesetzt. Auch ist er immer wieder dafür eingetreten, das Schicksal von Flucht und Vertreibung in der deutschen Öffentlichkeit eindrucksvoll bekannt zu machen. Der jüngst im Fernsehen gezeigte Film über den Untergang der „Wilhelm Gustloff“ ist der wirksamste Erfolg seiner Bemühungen.

In dem Politiker Volker Kauder hat das deutsche Volk einen ebenso besonnenen wie beharrlichen Repräsentanten einer Politik, die sich der historischen Wahrheit, dem Schicksal von Flucht und Vertreibung Deutscher aus dem Osten, dem kulturellen Erbe der Vertreibungsgebiete und der Verständigung mit den östlichen Nachbarvölkern verpflichtet weiß.

Man kann nur wünschen, daß die ihm zuteil gewordene Auszeichnung die deutsche Öffentlichkeit einmal mehr nachdrücklich darauf aufmerksam macht, welche politischen Notwendigkeiten sich für eine gedeihliche Zukunft Europas aus dem Umgang mit dem Unrecht der Vertreibung von Menschen ergeben.

Eberhard G. Schulz (KK)

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