Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
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Ausgaben: Ausgabe 1243.

Werken und singen, wachen und beten

Und noch einiges mehr taten die Teilnehmer des diesjährigen Rohrer Sommers der Ackermann-Gemeinde

Am inzwischen 15. Rohrer Sommer nahmen vom 29. Juli bis zum 5. August im niederbayerischen Kloster Rohr rund 80 deutsche und tschechische Kinder, Jugendliche und Erwachsene teil. Bei dieser deutsch-tschechischen Kultur- und Begegnungswoche standen literarische, musikalische und religiöse Arbeitskreise im Mittelpunkt. Aber auch kirchliche Feiern gab es während dieser Woche. So wurden eine Taufe, eine Firmung und ein Ehejubiläum gefeiert.

Zwar war heuer der Anteil der Tschechen mit nur zehn geringer als in den letzten Jahren, so daß mangels Instrumentalisten kurzfristig eine andere Messe einstudiert werden mußte. Doch für den Tagungsleiter Adolf Ullmann, den Bundesvorsitzenden der Ackermann-Gemeinde, war erfreulich, daß diesmal der Anteil der jungen Generation unter 20 Jahren mit etwa einem Drittel sehr hoch war. Vom viermonatigen Säugling bis zum über 80jährigen spannte sich die Zusammensetzung der Teilnehmer aus Bayern, Baden-Württemberg,  Hessen und Tschechien, die am Morgen mit den Patres die Laudes beten konnten und in einer Statio religiös-meditativ auf den Tag eingestimmt wurden.

In den Arbeitskreisen standen die Literatur, die Musik sowie handwerkliche Fähigkeiten im Mittelpunkt. So beschäftigten sich die Teilnehmer mit Schriftstellern der böhmischen Moderne. Ein Eichendorff-Abend stand etwa unter dem Thema „Aus dem Leben eines Taugenichts“. Die kreativen Arbeitskreise widmeten sich dem textilen Gestalten in verschiedenen Varianten und Holzarbeiten (Brettspiele, Kinderspielzeug). Dabei wurde auch die erzgebirgische Heimarbeitstechnik des Klöppelns angeboten. Ferner gab es Puppenspiel, Flötenensembles für Anfänger und Fortgeschrittene, Volkstanz und Volksmusik sowie Kinderbetreuung mit musikalischer Früherziehung.

Was musikalisch während der Woche erarbeitet wurde, war bei einem Konzert in der Pfarrkirche St. Andreas in Bad Gögging am vorletzten Kurstag zu hören. Tschechische Musik des 15. Jahrhunderts brachte das Blockflötenensemble, die Querflötengruppe Stücke von Franz Schubert, beide gemeinsam unter der Leitung von Christa Ullmann Werke von Johann Christoph Pepusch. Die Sopranistin Hildegunt Kirschner interpretierte zwei von Antonin Dvorak vertonte Psalmen sowie das „Ave Maria, regina coeli“ von Antonin Aupeka. Das Streichorchester, dirigiert von Simon Ullmann, spielte die Ouverture IV in c-Moll aus „Journal du Printemps“ von Johann Caspar Ferdinand Fischer. Der Chor des Rohrer Sommers sang schließlich unter der Leitung von Adolf Ullmann die „Missa brevis für gemischten Chor“ des 1928 geborenen Zdenek Lukas.

„Die Leute waren intensiv dabei“, bilanzierte Adolf Ullmann die harmonische Veranstaltung, die er gerne auch als „Aktivurlaub“ bezeichnet. Er selbst war auch noch im Holzarbeitskreis integriert. Von den einstudierten Musikstücken ist das eine oder andere sicherlich bei Veranstaltungen der Ackermann-Gemeinde einzusetzen.

Über das nicht alltägliche Konzert in seiner Kirche freute sich auch der Bad Gögginger Ortspfarrer Harald Kamhuber, zumal auch einige Kurgäste den Sängern und Instrumentalisten lauschten.

Markus Bauer (KK)

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