Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1297.

Westpreuße preußischster Art

Hans-Jürgen Schuch wird kurz nach seinem 80. Geburtstag mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnet

Der Stellvertretende Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Westpreußen, Hans-Jürgen Schuch, ist (noch) von Bundespräsident Horst Köhler mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnet worden. Münsters Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek überreichte ihm die Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde am 14. Juli in Münster.

Die Auszeichnung erfolgte als sogenannte Höherstufung, da Schuch bereits 1986 das Verdienstkreuz am Bande verliehen worden war. Damit wurde der jahrzehntelange Einsatz des gebürtigen Elbingers für die Kultur seiner westpreußischen Heimat und für die Völkerverständigung geehrt.

Schuch, der vor wenigen Wochen seinen 80. Geburtstag feierte, war seit 1963 über 35 Jahre hauptamtlich als Bundesgeschäftsführer für die Landsmannschaft Westpreußen tätig, die nach der Patenschaftsübernahme durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe seit 1963 ihren Sitz in Münster hat. Bereits 1958 war er ehrenamtlich in den Bundesvorstand der LMW gewählt worden. 1969 wurde er Stellvertretender Bundessprecher. Daneben hatte und hat er zahlreiche andere Ehrenämter im Bereich der Vertriebenenarbeit, der Arbeit für Westpreußen und speziell für seine Heimatstadt Elbing inne.

Hans-Jürgen Schuch war u. a. Mitbegründer der Westpreußischen Jugend, der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen der LMW und der Copernicus-Vereinigung für Geschichte und Landeskunde Westpreußens e. V. Er ist seit 1963 Heimatkreisvertreter für Elbing-Stadt gewesen (bis 2007), 1967 wurde er zum Vorsitzenden der Truso-Vereinigung gewählt, er ist Herausgeber der „Elbinger Nachrichten“ und hat jahrzehntelang das „Westpreußen-Jahrbuch“ gestaltet.

Das ehemalige Vorstandsmitglied der Kulturstiftung Westpreußen ist Mitglied der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung, er gehört dem Stiftungsrat Nordostdeutsches Kulturwerk, dem Rat der Stiftung Deutsche Kultur im östlichen Europa – OKR und anderen einschlägig tätigen Gremien an. Ergänzt wird seine Arbeit in den verschiedenen Ämtern durch zahlreiche Veröffentlichungen – Zeitungsartikel, Aufsätze, Bücher – und Vorträge zur Stadt- und Landesgeschichte Westpreußens, durch Tagungen und Studienreisen; die jüngste führte ihn mit einer Truso-Gruppe Ende Juni/Anfang Juli wieder nach Elbing.

Einen besonderen Stellenwert in Schuchs Arbeit hatte auch das Westpreußische Landesmuseum im Drostenhof zu Münster-Wolbeck, das er von der Gründung bis 1998 leitete, für das er die Dauerausstellung gestaltete und zahlreiche Sonderausstellungen sowie die zugehörigen Kataloge und dessen Außenstelle in Krockow an der Ostsee er auf der Grundlage seiner vielfältigen Kontakte ins Weichselland vorbereiten konnte. Die deutsch-polnische Zusammenarbeit im Kulturbereich wird hier jeden Sommer von zahlreichen Touristen besichtigt.

Außerdem pflegte er die seit der Wende von 1989 möglich gewordenen Beziehungen zu den Gruppen der deutschen Minderheit in Polen und knüpfte gute Beziehungen besonders zu den polnischen Stadtvätern seiner Heimatstadt Elbing, denen er bei der Erforschung der Vergangenheit ihrer Stadt und dem Wiederaufbau nach der kommunistischen Zeit hilfreich zur Seite stand. Die Anerkennung dafür auf polnischer Seite fand ihren Ausdruck 2003 in der Verleihung der Ehrenbürgerwürde.

Diese grenzüberschreitenden und völkerverständigenden Kontakte hob Regierungspräsident Dr. Paziorek in seiner Laudatio besonders hervor und betonte, daß bundesdeutsches Innen- und Außenministerium die Verleihung an Schuch vor diesem Hintergrund besonders befürwortet haben. „Sie sind als Brückenbauer zwischen Deutschland und Polen anerkannt“, so Paziorek, der die Übergabe der Auszeichnung an Schuch als persönliche Ehre bezeichnete, weil er selbst durch seine Großeltern westpreußische Wurzeln habe, die freizulegen ihm Schuch bereits vor vielen Jahren behilflich gewesen ist. Paziorek dankte auch Renate Schuch mit einem Blumenstrauß dafür, daß sie bei all diesem Engagement stets hinter ihrem Mann gestanden habe.

In seinen Dankesworten betonte Hans-Jürgen Schuch, wie sehr ihm besonders der Aufbau des Westpreußischen Landesmuseums am Herzen gelegen habe. Ehrenvorsitzender Siegfried Sieg für die Landsmannschaft Westpreußen, Christoph Nehring für die Kulturstiftung Westpreußen und Roswitha Möller für den Bund der Vertriebenen in Münster sprachen kurze Gruß- und Dankesworte, bevor die Feierstunde bei privaten Gesprächen ihren Ausklang fand.

Barbara Kämpfert (KK)

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