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Ausgaben: Ausgabe 1276.

Westpreußen – alle Jahre wieder eine Überraschung

Wie in den vergangenen Jahren enthält das neue Westpreußen-Jahrbuch wieder ein buntes Kaleidoskop von Beiträgen über die alte preußische Provinz Westpreußen; elf in historischer Abfolge angeordnete Textbeiträge werden ergänzt durch 13 Abbildungen im Text und 16 erläuterte Farbtafeln am Ende des Bandes; hinzu kommen fünf Gedichte und eine Sage aus dem Kreis Rosenberg.

Nach der Einleitung des Bandes durch den Vorsitzenden der Landsmannschaft Westpreußen, Siegfried Sieg, und den Herausgeber, Hans-Jürgen Kämpfert, behandelt zunächst Günter Hagenau das Armenwesen in Preußen von der Zeit der Prußen bis in das 20. Jahrhundert. Beate Borowska-Clausberg erinnert an die Schriftstellerin Johanna Schopenhauer aus Danzig, die Mutter des bekannten Philosophen Arthur Schopenhauer. Einen Fall von versuchtem Versicherungsbetrug um den Untergang eines Danziger Schoners stellt Jürgen Schmidt dar. Vom selben Autor stammt eine Schilderung über die Erforschung und Sicherung der in Norddeutschland einmaligen Höhle in Mechau mit ihren Sandsteinpfeilern im 19. Jahrhundert.

Dr. Rainer Zacharias schreibt die Biographie des Gymnasialoberlehrers Prof. Dr. Friedrich Jakob Heidenhain, der vor allem in Marienburg, aber auch in Marienwerder und Strasburg in Westpreußen sowohl als Lehrer als auch in verschiedenen Vereinen und in der Kommunalpolitik gewirkt hat. Anhand zweier Postkarten, die im Jahre 1902 von Heubude bei Danzig nach Berlin befördert wurden, gibt Dr. Wolfgang Lippky einen Einblick in das damalige gesellschaftliche und soziale Gefüge. Gerichtsentscheidungen, die vor hundert Jahren gefällt wurden und das Leben in Westpreußen beeinflußten und lenkten, schildert Gerhard Werner in seinem neuen Beitrag.

Jürgen Gojny spürt den Schwierigkeiten politischer Art nach, die eine Polin aus Dirschau und ihr Arbeitgeber in Oelde/Westfalen zu überwinden hatten, damit sie einige Jahre in Oelde arbeiten konnte. Derselbe Verfasser liefert eine ausführliche Biographie des bekannten Kommunisten-Führers Max Reimann aus Elbing. Das Leben und die Arbeit eines Wirtschaftsinspektors im Werder schildert Alfred Sachße. Hans Joachim Borchert versucht die Frage zu beantworten, warum die Stadt Marienburg „Marienburg" heißt – keine einfache Frage, wie anhand der Literatur nachgewiesen wird.

Die Sage „Mitternachtsstunde" von Gerhard Templin, etliche Gedichte und Farbtafeln geben dem Band auch literarisch-künstlerischen Reiz.

(KK)

Westpreußen-Jahrbuch. Aus dem Land an der unteren Weichsel. Bd. 59/2009. Hg. v. Hans-Jürgen Kämpfert u.a. im Auftrag der Landsmannschaft Westpreußen. Münster 2009. 143 S., 15 Euro. Zu beziehen durch die Landsmannschaft, Tel. 0 25 06 / 30 57 50

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