Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
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Ausgaben: Ausgabe 1330.

Wie es kommt, dass Großpolen bis Hannover reicht

Niedersachsen und die polnischen Woiwodschaften Großpolen und Niederschlesien feiern 20-jährige Partnerschaft

Wie-es-kommtDas Land Niedersachsen und die polnischen Woiwodschaften Großpolen und Niederschlesien können in diesem Jahr auf eine intensive 20jährige Partnerschaft zurückblicken. Zu diesem Jubiläum fand am 4. März im Alten Rathaus in Hannover ein Festakt statt. Eingeladen hatte dazu der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil, Marek Wozniak, der Marschall der Woiwodschaft Großpolen, und Rafal Jurkowianiec, der Marschall der Woiwodschaft Niederschlesien. Moderiert wurde die Feier von dem in Polen sehr bekannten und beliebten deutschen Kabarettisten Steffen Möller (vgl. auch unser voriges Heft S. 17), der zweisprachig in die gesamte Veranstaltung in kaum zu übertreffender Weise einen fröhlichen Charakter einbrachte und sie bereicherte.

Unter den Gästen aus beiden Ländern waren zahlreiche Repräsentanten aus dem öffentlichen Leben, u.a. Dr. Jerzy Marganski, der polnische Botschafter in Deutschland, Andrzej Osiak, der polnische Generalkonsul in Hamburg, Dr. Zeitz, der deutsche Generalkonsul in Breslau, Bernd Busemann, der Präsident des Landtages.

In seiner Begrüßungsansprache erinnerte Ministerpräsident Weil an das tragische deutsch-polnische Verhältnis im 20. Jahrhundert und in allgemeiner Form an den Beginn der Partnerschaft und – bezogen auf Schlesien – an die am 22. April 1993 abgeschlossene „Verständigung über die Zusammenarbeit zwischen der Woiwodschaft Wroclaw/Breslau und dem Land Niedersachsen“, die im Jahre 2000 nach der Gebietsreform in Polen in Form einer „Gemeinsamen Erklärung“ auf die vergrößerte Woiwodschaft Niederschlesien erweitert wurde.

„Es erfüllt mich mit Freude, das 20-jährige Jubiläum der Partnerschaft Niedersachsens mit Großpolen und Niederschlesien heute im Rahmen einer gemeinsamen Feier zu würdigen“, sagte er weiter. „Über die Jahre haben uns gegenseitiges Vertrauen und Verlässlichkeit getragen. Gemeinsam sind wir den Weg von der Partnerschaft zur Freundschaft gegangen. Unsere gemeinsamen Aktivitäten haben sich in den vergangenen Jahren in den Bereichen Hochschulen, Schulen, Kultur, Jugend, Sport, Polizei, Justiz, Landwirtschaft, soziale Fragen und Umweltschutz erstreckt. Diese beeindruckende Vielfalt in den Beziehungen wollen wir auch künftig weiter ausbauen.“

Die beiden polnischen Marschälle schlossen sich in vollem Umfange den Ausführungen von Ministerpräsident Weil an, berichteten über die guten Aufbauleistungen in ihren Woiwodschaften in den vergangenen Jahren, über niedersächsischen Investitionen – wobei das Volkswagenwerk besonders hervorgehoben wurde – und dankten dem Land Niedersachsen für seine Unterstützung beim Aufbau demokratischer Institutionen, allen Initiativen für ihre spezielle Hilfe auf lokaler Ebene und allen Privatpersonen für die zwischen Deutschen und Polen geschlossenen Freundschaften. „Wir sind auf dem Wege der Partnerschaft und Freundschaft gut vorangekommen“, klang in ihren Ausführungen immer wieder durch. In diesem Sinne berichtete Marschall Jurkowianiec von einem schönen Gastaufenthalt seiner Tochter in Verden, die nach anfänglicher ängstlicher Skepsis mit den Worten heimkehrte: „Das sind ja Menschen so wie wir.“

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von dem Solo-Gitarristen Lukasz Kuropczewski und der Breslauer Sängergruppe „Me, myself and I“, bestehend aus Michal Majeran, Magdalena Pasierska und Karol Gizewski. Der Festakt in Hannover war zugleich der offizielle Auftakt einer Reihe von deutsch-polnischen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2013.

Horst Milde (KK)

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