Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1400.

Zu diesem Heft

Eugène Gustav Dücker, Strand auf Rügen. 1865. Öl auf Leinwand, 72 x 60 cm Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg, Inv.-Nr. 4834. Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland. Foto: Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg

Jubiläen sind naturgemäß eher vergangenheitsträchtig denn zukunftsweisend. Dennoch hält man gern inne bei dem Gedanken, dass die schiere Quantität ja ohne Qualität nicht zustande gekommen wäre. Hinwiederum ist es nicht unverfänglich, just im Falle der Stiftung Deutsche Kultur im östlichen Europa – OKR und der von ihre herausgegebenen „Kulturpolitischen Korrespondenz“ von Quantität zu reden, ist doch seit der Jahrtausendwende ein kontinuierliches Schrumpfen, personell und publizistisch, zu verzeichnen, das durch typografische Verbesserungen beileibe nicht aufgewogen werden konnte. Dennoch haben Autoren und Redaktion nach Kräften versucht, den Qualitätsstandard zu halten – und nach jetzigem Kenntnisstand hat sich noch kein Leser aus Ungenügen und Unzufriedenheit abgewandt.

Das ist umso bemerkenswerter, als die KK kaum jemals Anlass zu eitel Freude oder Optimismus hat bieten können. Verhandelt darin werden seit eh und je zumeist kulturelle Verluste und individuelle sowie kulturpolitische Versuche, jene aufzufangen, auszugleichen, kreativ in ästhetischen, intellektuellen, kulturellen Gewinn umzumünzen. Einrichtungen und Menschen, die sie tragen oder die sich in freier geistiger Initiative dem Erbe, dem Nachleben und dem Leben der deutschen Kultur aus dem und im östlichen Mitteleuropa widmen, sind schon aus Erfahrung gefeit vor Utopien und Illusionen. Die Erfolge sind karg bemessen, gefeiert werden sie nur gedämpft.

So auch dieses Jubiläum, das Heft 1400 – es ist gleichsam sich selbst zur Feier gediehen. Dabei steht nichts drin, was nicht auch in anderen Heften gesagt worden ist und werden wird, bei aller kulturgeschichtlichen und kulturpolitischen Grundsätzlichkeit bleiben unsere Autoren bei ihrem Leisten, konsequente Leser werden sie auch in ihren „jubilarischen“ Beiträgen wiedererkennen. Klaus Weigelt stellt mit sanften Beharrlichkeit Grundsatzfragen nach der Pflege ostdeutscher Kultur in einer Öffentlichkeit, die leichten Sinnes über Schweres hinweggeht, Christean Wagner wägt Begriffe ab, die leichtfertig zu handhaben an Selbstaufgabe grenzt, und Hans Günther Parplies bringt inständige Vermisstenanzeigen vor, bei denen man sich fragt, wieso sie nicht längst Zeitungsseiten füllen – allerdings nicht den Anzeigenteil. Harald Roth übt sich in einer Zuversicht, die nicht nur ihm wohl ansteht, sondern auch der KK zugutekommen wird, und dass durchaus auch dazu Anlass besteht, belegt Udo Arnold mit seinen Erfahrungen aus dem grenzüberschreitenden Wissenschaftsbetrieb. Monika Taubitz und Ortfried Kotzian gönnen sich die subjektive Rückschau auf den Zusammenhang zwischen ihrem Werdegang und dem Sein und Werden der KK, während Rüdiger Goldmann und Peter Letkemann gleichsam zum Exempel und mit anekdotischer Beiläufigkeit in ihren Fundus kulturgeschichtlichen Wissens greifen.
Nicht hinausgehen sollte auch dieses Heft über die selbstgesetzten Grenzen – lediglich eine kleine Änderung im Layout und das Fehlen der ständigen Rubriken heben es heraus aus der Reihe, in der es mitnichten eine Unterbrechung darstellen soll, sondern gerade ein Zeichen der Kontinuität. Dieser können unsere Leser auch mit Antworten auf die Fragen auf der vorletzten Seite einen kostbaren Dienst leisten.

Ausgezeichnet wird die Nummer 1400 allerdings durch ein Privileg, das das Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg (siehe auch Seite 7) der Redaktion großzügig eingeräumt hat: Sämtliche Bilder sind Reproduktionen von Werken seiner Sammlung, die freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellt wurden.

(KK)

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