Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1345.

Zum Stand der Verständigung

In Seksard erwiesen sich – nicht nur – „Ungarndeutsche als Brückenbauer in Europa“

Zum-StandUnter diesem Titel wurde am 17. Oktober 2013 in Seksard das Symposium der Konrad-Adenauer Stiftung, der Stiftung Deutsche Kultur im östlichen Europa – OKR und der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen veranstaltet. Der vorliegende Tagungsband beinhaltet die Eröffnungsreden sowie die Konferenzbeiträge des Symposiums.

Frank Spengler, Leiter des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung, betont in seiner Rede die Relevanz der Minderheiten als Bindeglieder in der Europäischen Union, und erörtert die wichtige Rolle der ethnischen Vielfalt in Europa sowie die Arbeit der KAS im Bereich der Minderheitenrechte in Kooperation mit den ungarischen Partnerinstituten.

Klaus Weigelt, Präsident der Stiftung Deutsche Kultur im östlichen Europa, behandelt in seiner Rede die Geschichte der Schwabenzüge sowie der Präsenz der Deutschen in Ungarn und betont die Wichtigkeit des gesetzlich verankerten Gedenktages an die Vertreibung am 19. Januar.

Otto Heinek, Vorsitzender der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, erinnert an das vor 20 Jahren in Kraft getretene Minderheitengesetz und erörtert neben den erreichten Ergebnissen die im Bereich der Politik und Kultur – mit besonderem Augenmerk auf die Medienfrage – noch zu lösenden Aufgaben.
Im Beitrag des Staatssekretärs für Kirchen-, Volksgruppen- und Zivilgesellschaftsfragen, György Hölvényi, wird der gesetzliche Hintergrund der Minderheitenpolitik Ungarns vorgestellt sowie auf die Relevanz der Bewahrung der nationalitätenspezifischen Kultur, Sprache und Identität hingewiesen.

Anhand von historischen Beispielen wird die Bedeutung der Ungarndeutschen für Ungarn im Beitrag von Professor Dr. Gerhard Seewann reflektiert, wobei der Historiker zahlreiche Persönlichkeiten deutscher Herkunft der ungarischen Geschichte, Kultur und Wissenschaft aufzählt und die Ungarndeutschen als starken Pfeiler der Brücke zwischen Ungarn und Deutschland bezeichnet.

In den folgenden beiden Beiträgen – von Dr. Christoph Bergner, damaliger Bundesbeauftragter für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, bzw. von Dr. Márta Fata, Mitarbeiterin am Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen – werden die Bedeutung der Ungarndeutschen für Deutschland thematisiert sowie die Patenschafts- und Partnerschaftsbeziehungen betont und auf die Bedeutsamkeit der am 5. August 1950 unterzeichneten „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“ hingewiesen, die als Startpunkt des Brückenbaus zwischen Deutschland und der alten Heimat gilt.

Von Dr. Ralf Thomas Göllner werden das Ungarische Institut in Regensburg sowie die studienbegleitende Ausbildung Hungaricum zur „Vermittlung von Kenntnissen der ungarischen Sprache und der Landeskunde des heutigen und des historischen Ungarn“ vorgestellt.

Jan Diedrichsen, Direktor der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV) – Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für deutsche Minderheiten im Dachverband von FUEV ist der ungarndeutsche Sprachwissenschaftler Dr. Koloman Brenner –, erörtert die Situation der deutschen Minderheit in Dänemark, wobei er die Perspektiven auf europäischer Ebene ebenfalls anspricht.

Im letzten Beitrag des Tagungsbandes von Dr. Georg Paul Hefty, der als Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung damals über die politische Wende berichtet hat, wird die Rolle der Minderheiten – auch die der Ungarndeutschen – im europäischen Einigungsprozess hervorgehoben.

In den Tagungsbeiträgen wird die Rolle der Ungarndeutschen aus verschiedenen Perspektiven erläutert, wobei die neuen Möglichkeiten im europäischen Einigungsprozess aufgezeigt werden. Bis die Brücke der zitierten Einigung auf EU-Ebene erstellt wird, können jedoch – mit den Worten von Dr. Georg Paul Hefty – auch die Straßen, Wege und Pfade zwischen Ungarn und Deutschland benutzt werden.

Karl B. Szabó
(Neue Zeitung, Budapest – KK)

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