Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen
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Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

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Marienburg

 

Zentrale Einrichtung aller Vertriebenen
zum Zweck der Erhaltung, Pflege und Weiterentwicklung der Kultur und
Geschichte aller historischen deutschen
Ost- und Siedlungsgebiete, Förderung der Wissenschaft und kulturelle Breitenarbeit

 

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Aktuell:

06. August 2020

Gäste des Tages der Heimat des BdV 2020 in Bad Cannstatt

(v.l.) Stephan Rauhut, Vorsitzender des Kuratoriums der Kulturstiftung und Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien – Nieder- und Oberschlesien, Christian Knauer, Kuratoriumsmitglied der Kulturstiftung und Vizepräsident des BdV, Dr. Susanne Eisenmann, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg, und Reinfried Vogler, Vorstandsvorsitzender der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen und Präsident der Sudetendeutschen Bundesversammlung – Foto: Stephan Rauhut

 

Die Charta der deutschen Heimatvertriebenen – das „Grundgesetz“ der deutschen Heimatvertriebenen – feierte ihr 70. Jubiläum

 

Anlässlich des 70. Jahrestages der Unterzeichnung der Charta der deutschen Heimatvertriebenen fand gestern der diesjährige Tag der Heimat des Bundes der Vertriebenen (BdV) in Stuttgart statt, dem Gründungsort der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen. In Stuttgart-Bad Cannstatt wurde am 6. August 1950 die tags zuvor unterzeichnete Charta feierlich der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Bad Cannstätter Kurpark erinnert heute das Charta-Mahnmal an dieses wichtige Bekenntnis der Vertriebenen zu einem gemeinsamen, freien und friedlichen Europa.

Bei der feierlichen Kranzniederlegung sprachen neben Dr. Bernd Fabritius, Präsident des BdV, auch Iris Ripsam, Landesvorsitzende des BdV in Baden-Württemberg, und Dr. Susanne Eisenmann, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg. Unter den Gästen waren zudem auch Reinfried Vogler, Vorstandsvorsitzender der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen und Präsident der Sudetendeutschen Bundesversammlung, sowie Stephan Rauhut, Vorsitzender des Kuratoriums der Kulturstiftung und Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien – Nieder- und Oberschlesien.

Die Charta prägt das Selbstverständnis und das Handeln der deutschen Heimatvertriebenen wie kein zweites Dokument und gibt ihnen bis heute Halt und Orientierung. Aber auch für die deutsche Politik war und ist die Charta der deutschen Heimatvertriebenen ein wichtiger Ankerpunkt. Die Charta gehört heute unzweifelhaft zu den grundlegenden politischen Dokumenten Nachkriegsdeutschlands.

In seinem schriftlichen Grußwort erklärte Bundespräsident Steinmeier in diesem Geiste:

Schon sehr früh nach dem Krieg haben die Heimatvertriebenen mit ihrer Charta auch ganz offiziell einen Verzicht auf Rache oder Vergeltung erklärt. Sie haben damit nicht nur ihren Beitrag zum inneren Frieden im Nachkriegsdeutschland geleistet. Sie haben auf ihre Weise ganz persönlich die Konsequenzen einer Schuld auf sich genommen, die das ganze Volk auf sich geladen hatte. Und sie haben mit der Charta letzten Endes auch dazu beigetragen, dass – unter anderem mit den Ostverträgen der sozialliberalen Koalition nach 1969 – der Weg zur Versöhnung mit den polnischen Nachbarn und zum friedlichen Zusammenleben mit den Völkern der damaligen Sowjetunion sich öffnete.“

 

Stephan Rauhut und Reinfried Vogler in Bad Cannstatt

Gäste des Tages der Heimat 2020 in Bad Cannstatt waren auch Stephan Rauhut (links), Vorsitzender des Kuratoriums der Kulturstiftung und Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien – Nieder- und Oberschlesien und Reinfried Vogler, Vorstandsvorsitzender der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen und Präsident der Sudetendeutschen Bundesversammlung. – Foto: Stephan Rauhaut

 

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Bundes der Vertriebenen:

Deklaration des BdV-Präsidiums zum 70. Jubiläum der Charta der deutschen Heimatvertriebenen.

Weiterführende Informationen zur Charta der deutschen Heimatvertriebenen.

Schriftliche Grußworte zum Tag der Heimat 2020 von Bundespräsident Frank Walter-Steinmeier, Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie den Ministerpräsidenten der Länder und den Parteivorsitzenden von CDU, SPD und FDP.

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05. August 2020

Renata Trischer und Thomas Konhäuser am Denkmal für die Opfer von Flucht und Vertreibung in Berlin

Gemeinsame Kranzniederlegung am Berliner Denkmal für die Opfer von Flucht und Vertreibung durch Renata Trischler, Koordinatorin der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM), und Thomas Konhäuser, Geschäftsführer der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Gemeinsames Gedenken der Kulturstiftung und der AGDM: 70 Jahre Charta der deutschen Heimatvertriebenen

 

Heute vor 70 Jahren, am 5. August 1950, wurde in Stuttgart die Charta der deutschen Heimatvertriebenen verabschiedet. Damals, nur wenige Jahre nach den Gräueln von Krieg, Flucht und Vertreibung, bekannten sie sich zum Aufbau eines gemeinsamen Europas und Deutschlands. Mit der verabschiedeten Charta setzte man eindrucksvoll ein Zeichen für Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Völkerverständigung, ohne dabei das Gedenken an die Vertreibung außer Acht zu lassen. Ausdrücklich heißt es in der Charta, dass die Heimatvertriebenen auf Vergeltung verzichten und die Schaffung eines geeinten Europas, in dem die Völker gleichberechtigt ohne Furcht und Zwang leben können, sowie den Wiederaufbau Deutschlands und Europas nachhaltig unterstützen wollen.

Wenn wir am heutigen Tag an die Unterzeichnung der Charta der deutschen Heimatvertriebenen erinnern und dass das erlittene Leid der Vertreibung  diese nie daran gehindert hat, die Verständigung  mit unseren Nachbarn im Osten zu suchen, sollten wir uns auch das Schicksal der Heimatverbliebenen ins Bewusstsein rufen.  In den meisten Staaten des östlichen Europas waren die Heimatverbliebenen lange Zeit Repressalien ausgesetzt, wenn sie sich zur eigenen deutschen Sprache und Identität öffentlich bekannten. Auch sie hatten ihre Heimat verloren.

Thomas Konhäuser und Renata Trischler vor der Ewigen Flamme in Berlin

Renata Trischler, Leiterin des AGDM-Koordinierungsbüros, und Thomas Konhäuser, Geschäftsführer der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, vor der Ewigen Flamme in Berlin

 

Gleichermaßen verfolgen Heimatvertriebene und Heimatverbliebene heute einen partizipativen Ansatz in ihrer Kulturarbeit und haben gemeinsame Ziele und Anliegen auf der Grundlage eines geeinten Europas im Geiste der Charta von 1950. Der Charta der deutschen Heimatvertriebenen liegt ein gesamteuropäisches Interesse zugrunde – die Mahnung, dass Vertreibungen geächtet und nie wieder möglich sein dürfen. Zugleich ist sie eine fortwährende Verpflichtung für uns alle, sich für ein dauerhaft geeintes und friedliches Europa einzusetzen, in dem gerade auch neben den Völkern die Volksgruppen eine gesicherte Zukunftsperspektive durch verbriefte Minderheitenrechte haben müssen.

Wenn junge Menschen von heute die Charta lesen, wird sich ihnen der hohe sittliche und historische Rang dieses Dokuments vielleicht nicht gleich auf Anhieb erschließen, weil sie manches für selbstverständlich halten, was damals ganz und gar nicht selbstverständlich war. Man muss sich schon in das Jahr 1950 zurückversetzen, in die verzweifelte Lage der Vertriebenen, die alles verloren hatten und mit ihren grauenvollen Erinnerungen an Krieg, Leid und Vertreibung zu Millionen in Lagern und Notunterkünften lebten. Wir haben daher allen Grund, heute den Verfassern und den späteren Umsetzern der Charta der deutschen Heimatvertriebenen zu danken.

Gedenkkranz der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen und der AGDM

Gemeinsamer Gedenkkranz der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen und der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten in der FUEN mit dem Gedenkband „Gemeinsam in stillem Gedenken“

 

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04. August 2020

 

Unterzeichner des Abkommens auf Gruppenfoto

Die Unterzeichner des Wiesbadener Abkommens bei einer Vorbesprechung in London zu sehen: v.l.: Eugen de Witte,Dr. Karel Locher, Dr. Rudolf Lodgman von Auen, General Lev Prchala, Richard Reitzner und Hans Schütz

70 Jahre Wiesbadener Abkommen

 

Heute vor 70 Jahren, am 4. August 1950, unterzeichneten Vertreter der Arbeitsgemeinschaft zur Wahrung sudetendeutscher Interessen und Mitglieder des Tschechischen Nationalausschusses im Exil das Wiesbadener Abkommen. Es war das erste gemeinsame deutsch-tschechische Dokument der Verständigung und Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg.

Das Wiesbadener Abkommen steht in einer engen zeitlichen und auch politischen Beziehung zur Charta der deutschen Heimatvertriebenen, die am Tag darauf feierlich in Stuttgart unterzeichnet wurde. In diesem Schlüsseldokument der deutschen Nachkriegsgeschichte haben die deutschen Heimatvertriebenen einerseits ihr Recht auf die angestammte Heimat betont, andererseits aber auch die Hand zur aufrichtigen Versöhnung mit den östlichen Nachbarn ausgestreckt.

Klares Bekenntnis

Das klare Bekenntnis der Charta zu einem geeinten, demokratischen Europa in Frieden und Freiheit findet auch bereits im ersten Punkt des Wiesbadener Abkommens seinen Ausdruck: „Beide Teile stehen auf dem Boden der demokratischen Weltanschauung und lehnen jedes totalitäre System ab. Beide Teile betrachten eine demokratische Ordnung der Verhältnisse im böhmisch-mährisch-schlesischen Raum als einen Teil des Kampfes für ein einheitliches Europa.“

Auch die hessische Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, gedenkt der Unterzeichnung des Wiesbadener Abkommens mit einer Presseinformation:
https://innen.hessen.de/presse/pressemitteilung/70-jahre-wiesbadener-abkommen

Den Wortlaut des Wiesbadener Abkommens finden Sie auf den Seiten der Sudetendeutschen Landsmannschaft Hessen: http://www.sudetendeutsche-in-hessen.de/text_wiesbaden.htm

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14. Juli 2020

Anna Janesch bereitet eine Tracht an einer Puppe für Aufnahmen vor

Anna Janesch, Leiterin der Heimatstube in Wiehl, bereitet eine Patriziertracht für die Aufnahmen vor


Kulturstiftung digitalisiert Siebenbürger Heimatstube in Wiehl

 

Das Leuchtturmprojekt „Virtuelle Heimatsammlungen“ der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen war am 9. Juli in der Heimatstube der Siebenbürger Sachsen in Wiehl zu Gast. Dabei wurden ausgewählte Ausstellungsstücke fotografiert und die Heimatstube für eine 360-Grad-Rundumsicht aufgenommen. Aus diesen Aufnahmen entsteht eine virtuell begehbare Heimatstube, die zusammen mit zunächst elf weiteren Heimatstuben aus Nordrhein-Westfalen auf einer eigenen Webseite weltweit zugänglich gemacht wird.

Das vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Leuchtturmprojekt dient nicht nur der Bewahrung des aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa mitgebrachten deutschen Kulturguts, sondern leistet insgesamt einen wichtigen Beitrag zur Vermittlung der Geschichte und Kultur der Deutschen im östlichen Europa.

Blick in die Heimatstube mit Trachtenpuppen und Nachtgebet an der Wand

Einblick in die Siebenbürger Stube in Wiehl

 

Das Bundesland hatte bereits 1957 die Patenschaft für die Volksgruppe der Siebenbürger Sachsen übernommen. Ihre Heimatstube in Wiehl befindet sich im Kulturhaus Drabenderhöhe am Siebenbürger Platz. Die Ortschaft Drabenderhöhe selbst wurde in den 1960er Jahren zur größten siebenbürgischen Siedlung in Deutschland, als Bewohner aus 190 der ursprünglich 250 Heimatorte in Siebenbürgen hierherzogen. Auch heute ist der Ort ein Zentrum siebenbürgischen Lebens in Deutschland und wurde bereits von drei Bundespräsidenten, Carl Carstens, Richard von Weizsäcker und Johannes Rau, mit einem Besuch geehrt.

Siebenbürger Trachtenschatz

Besonders stolz ist man in der Heimatstube der Siebenbürger Sachsen in Wiehl auf die Trachtenpuppen, die Volks- und Prunktrachten aus Siebenbürgen zeigen. Etwa 15 lebensgroße und ebenso viele kleine Puppen stellen Erwachsenen- und Kinderkleidung aus. Sie werden mit viel Aufwand und Hingabe von Anna Janesch, der Leiterin der Heimatstube, gepflegt. Zusammen mit Brigitte Thomke, jahrelang Heimmutter im Wohn- und Pflegeheim Haus Siebenbürgen, führt Frau Janesch die Trachten auch vor und begleitet Besucher durch die Heimatstube. Mit dem Projekt „Virtuelle Heimatsammlungen“ der Kulturstiftung wird ihr diese wichtige Kulturarbeit nun erleichtert. Projektleiterin Elke Wilming und Projektassistent Sascha Gustorf sorgten vor Ort für die fachgerechte inhaltliche Begleitung und technische Umsetzung der Digitalisierung.

Die Webseite mit den ersten zwölf virtuellen Heimatstuben wird Ende des Jahres vorgestellt. Eine Fortsetzung des Projekts „Virtuelle Heimatsammlungen“ ist geplant und auch weitere Bundesländer haben bereits Interesse signalisiert.

 

Zwei Damen in Siebenbürger Tracht

Frau Brigitte Thomke (l.) und Frau Anna Janesch kümmern sich um die Heimatstube in Wiehl

 

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09. Juli 2020

Dr. Hans-Jakob Tebarth, Birgit Aldenhoff und Dr. Kathleen Beger in der Martin-Opitz-Bibliothek

(v.l.) Dr. Hans-Jakob Tebarth, Birgit Aldenhoff und Dr. Kathleen Beger in Lesesaal der Martin-Opitz-Bibliothek mit einem Porträt von Martin Opitz von Bartholomäus Strobel.

Informationsbesuch bei der Martin-Opitz-Bibliothek

 

Birgit Aldenhoff, wissenschaftliche Referentin der Kulturstiftung für Kunstgeschichte und Heimatstuben, und Dr. Kathleen Beger, wissenschaftliche Referentin der Kulturstiftung für (Zeit-)Geschichte, Staats- und Völkerrecht und Literatur, besuchten gestern die Martin-Opitz-Bibliothek in Herne zum gemeinsamen Austausch mit dem Direktor der Bibliothek, Dr. Hans-Jakob Tebarth. Die Mitarbeiterinnen der Kulturstiftung informieren sich derzeit über neue Möglichkeiten und Ideen der Zusammenarbeit mit Kultureinrichtungen, deren Fachgebiet die deutsche Kultur in Mittel-, Ost- und Südosteuropa ist.

 

 

Haupteingang der Martin-Opitz-Bibliothek

Benannt ist die Martin-Opitz-Bibliothek (MOB), die sich seit 1989 um die Sammelgebiete Ost-, Mittelost- und Südosteuropa kümmert, nach dem 1591 in Bunzlau (polnisch: Bolesławiec) geborenen schlesischen Barock-Dichter Martin Opitz. Von 1948 bis 1989 hieß die MOB „Bücherei des deutschen Ostens“ und baut heute auf deren Beständen auf.

 

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07. Juli 2020

Thomas Konhäuser und Bernard Gaida auf dem Kulturdialog-Sofa der Kulturstiftung

Thomas Konhäuser (links) im Gespräch mit Bernard Gaida, dem Sprecher der AGDM

 

Kulturstiftung empfängt AGDM-Sprecher Bernard Gaida

 

Der erste offizielle Gast zum grenzüberschreitenden Kulturdialog im Berliner Büro der Kulturstiftung war gestern Bernard Gaida, der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM) bei der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) und Vorsitzende des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG). Mit Thomas Konhäuser, dem Geschäftsführer der Kulturstiftung, besprach er die Möglichkeit zukünftiger gemeinsamer Projekte. Als erste Veranstaltung ist für Anfang Oktober eine Begegnungstagung in Dresden geplant. Weitere Informationen zur Tagung folgen in Kürze.

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01. Juli 2020

Thomas Konhäuser, Geschäftsführer der Kulturstiftung, am NRW-Landesministerium für Kultur und Wissenschaft

Thomas Konhäuser, neuer Geschäftsführer der Kulturstiftung, stellte den aktuellen Stand des Leuchtturmprojekts “Virtuelle Heimatsammlungen in NRW” beim zuständigen Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen vor.

 

Kulturstiftung stellt Leuchtturmprojekt in NRW vor

 

Bei einem Arbeitstreffen mit dem nordrhein-westfälischen Landesministerium für Kultur und Wissenschaft stellten am 30. Juni 2020 Thomas Konhäuser, Geschäftsführer der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, Dr. Ernst Gierlich, Vorstandsmitglied der Kulturstiftung, und Elke Wilming, Leiterin des Projekts „Virtuelle Heimatsammlungen“ in Düsseldorf das Leuchtturmprojekt der Kulturstiftung „Virtuelle Heimatsammlungen in NRW“ vor.

Das zunächst auf zwölf Heimatsammlungen in NRW ausgelegte Digitalisierungsprojekt ist ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung des kulturellen Erbes der Deutschen aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Mit dem offiziellen Start der zugehörigen Webseite Ende des Jahres werden die professionell abfotografierten Heimatstuben online begehbar. Ihre 3D-gescannten und mit Informationen versehenen Ausstellungsgegenstände können dann im Detail in einem virtuellen Raum betrachtet werden. Für das Jahr 2021 haben bereits weitere Bundesländer Interesse signalisiert.

Überzeugender Einstand

Die erfolgreiche erste Präsentation des vom Land NRW geförderten Projektes fand mit Gruppenleiter Prof. Dr. Hans-Ulrich Baumgarten und Referatsleiter Bernd Werdin sowie Mitarbeiterinnen aus dem Büro des Landesbeauftragten für die Belange von deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedlern und Spätaussiedlern statt. An der Präsentation nahmen zudem Dr. Hans-Jakob Tebarth, Leiter der Martin-Opitz-Bibliothek, und Christina Eichmann vom Landesverband NRW des Bundes der Vertriebenen (BdV) teil. Bereits einen Tag zuvor hatte Thomas Konhäuser schon dem neuen Leiter der Landeszentrale für politische Bildung in NRW, Dr. Guido Hitze, aktuelle Projekte der Kulturstiftung vorgestellt. Gemeinsam besprachen sie auch Möglichkeiten für eine zukünftige Zusammenarbeit.

Thomas Konhäuser, Geschäftsführer der Kulturstiftung, mit Dr. Guido Hitze, dem neuen Leiter der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen.

Zukunftsweisendes Arbeitstreffen zwischen Dr. Guido Hitze, dem neuen Leiter der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen, und dem neuen Geschäftsführer der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, Thomas Konhäuser (links), über aktuelle und mögliche gemeinsame Projekte.

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29. Juni 2020

Projektassistent Sascha Gustorf scannt Keramikvase

Sascha Gustorf, Projektassistent der Kulturstiftung, scannt Bunzlauer Keramik für die virtuelle Heimatstube

 

Kulturstiftung digitalisiert Bunzlauer Heimatstube in Siegburg

 

Die Bunzlauer Heimatstube in Siegburg stand in der letzten Woche im Mittelpunkt der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen im Rahmen des von ihr durchgeführten Projekts „Virtuelle Heimatsammlungen“. Ziel war die Digitalisierung von ausgewählten Objekten, eine 360 Grad Erfassung der Heimatstube und ein Austausch über die aktuelle Situation des Kultur- und Heimatortes. Gefördert wird das Projekt „Virtuelle Heimatsammlungen“ vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Begleitet wurden Projektleiterin Elke Wilming und Projektassistent Sascha Gustorf von der Kunsthistorikerin Birgit Aldenhoff, die seit Anfang Mai bei der Kulturstiftung ihre Beratungstätigkeit für die Betreiber ostdeutscher Heimatsammlungen aufgenommen hat.

Birgit Aldenhoff im Gespräch mit Jochen Wiesner und Ferdinand Idasiak

Birgit Aldenhoff, wissenschaftliche Referentin für Kunstgeschichte und Heimatstuben der Kulturstiftung, im Gespräch mit Jochen Wiesner und Ferdinand Idasiak (1.v.r.) in der Bunzlauer Heimatstube

Bereits im Februar 2019 unterzeichneten die Bundesheimatgruppe Bunzlau und Haus Schlesien einen Schenkungsvertrag. Ausdrücklicher Wunsch der Bundesheimatgruppe war und ist die Ausleihe der Objekte an weitere interessierte Museen, insbesondere an das Keramikmuseum in Bunzlau (polnisch: Bolesławiec) und an das Stadtmuseum Siegburg. Die Exponate sollen nach und nach in das Inventarisierungsprogramm von Haus Schlesien aufgenommen und als Dauerleihgaben in anderen Museen bzw. im Haus Schlesien in Königswinter gezeigt werden.

Die Stube beherbergt eine ausgezeichnete Sammlung der beliebten Keramik aus dem niederschlesischen Bunzlau. Außerdem verfügt sie über eine Bildersammlung und über eine umfangreiche Fachbibliothek zur Stadt und zum Kreis Bunzlau. Sie ist aber mehr als nur ein Ausstellungs- und Arbeitsraum. Hier werden Erinnerungen an die Menschen festgehalten, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus Niederschlesien flüchten mussten und in der Keramikstadt Siegburg und ihrer Umgebung eine neue Heimat fanden.

Die Heimatstube, die von einem Kreis engagierter Siegburger und überregionaler Heimat- und Keramikfreunde geleitet wird, leidet wie viele andere Organisationen an einer Überalterung ihrer Mitglieder. Die bei der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen eingerichtete Beratungsstelle wird künftig Assistenz leisten, um möglichst viele Heimatsammlungen vor Ort als erlebbaren Erinnerungsort zu bewahren.

Vitrine mit Bunzlauer Keramik

Bunzlauer Keramik in der Bunzlauer Heimatstube in Siegburg

 

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20. Juni 2020

Aufruf der Beauftragten der Länder anlässlich des bundesweiten “Nationalen Gedenktages für die Opfer von Flucht und Vertreibung” am 20. Juni 2020.

Hier der Aufruf als Download

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5. Juni 2020

 

(v.l.) Thomas Konhäuser, Dr. Ernst Gierlich, Reinfried Vogler, Landesbeauftragte Margarete Ziegler-Raschdorf, Stephan Rauhut und Landesbeauftragter Heiko Hendriks

Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen im Dialog mit den zuständigen Landesbeauftragten

 

Im vergangenen Jahr hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages für die Jahre 2020 bis 2024 finanzielle Fördermittel in Höhe von je 500 Ts. Euro für die Neuausrichtung der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen bereitgestellt. Grundlage hierfür war ein vom heutigen Geschäftsführer Thomas Konhäuser durchgeführtes Projekt zur Erarbeitung eines Konzepts zur Stärkung der eigenständigen Kulturarbeit, wie diese bereits seit Jahren von den Vertriebenenorganisationen gefordert wird.

In der Geschäftsstelle der Kulturstiftung in Bonn fand eine Dialogveranstaltung mit den zuständigen Landesbeauftragten statt, um diese über den Stand der Neuausrichtung der Kulturstiftung zu informieren und die Aufgabengebiete der neu eingestellten Mitarbeiter vorzustellen. 

An dem Gespräch nahmen neben der hessischen Landesbeauftragten Margarete Ziegler-Raschdorf und dem nordrhein-westfälischen Landesbeauftragten Heiko Hendriks  via Videoschaltung auch der sächsische Landesbeauftragte Dr. Jens Baumann, sowie in Vertretung die zuständigen Büroleiter der bayerischen Landesbeauftragten Sylvia Stierstorfer MdL, Frau Clara Müller, und der niedersächsischen Landebeauftragten, Editha Westmann MdL, Dr. Christopher Spatz, teil.

In ihren Grußworten betonten der Vorstandsvorsitzende der Kulturstiftung Reinfried Vogler und der Vorsitzende des Kuratoriums, Stephan Rauhut, dass man mit der Arbeit der Kulturstiftung an einer entscheidenden Wegmarke stehe: Sachlich könne man auf Bewährtem aufbauen, für die Zukunft habe man aber jetzt eine Basis und die Chance, mit verstärkter Kraft auch Neues in Angriff zu nehmen und Zukunft neu zu gestalten. Das beinhalte auch, über Organisations- und andere Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten, Hilfe zu leisten und Kräfte zu bündeln, wo es sachlich möglich oder erforderlich ist.

Der ab 1. Mai als Geschäftsführer der Kulturstiftung tätige Thomas Konhäuser dankte den anwesenden und zugeschalteten Landesbeauftragten bzw. deren Vertretern für ihre Teilnahme an der Gesprächsrunde. Gerade ein regelmäßiger enger Austausch mit den zuständigen Landesbeauftragten sei im Zuge der Neuausrichtung der Kulturstiftung von entscheidender Bedeutung.

Geschäftsführer Konhäuser erläuterte die Aufgabengebiete der neu eingerichteten „Referate“. Im Anschluss stellten sich die für die Geschäftsstelle in Bonn und die neue Dependance in Berlin der Stiftung eingestellten Mitarbeiter vor. So ist fortan die Kunsthistorikerin Birgit Aldenhoff bei der Kulturstiftung für die fachbezogene Beratung der Betreiber von ostdeutschen Heimatsammlungen zuständig. Die Absolventin der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn war nach ihrem Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Klassischen Archäologie u.a. für das Bundesarchiv Koblenz, das Haus der Geschichte in Bonn und das Arpmuseum Bahnhof Rolandseck tätig und ist fachkundig in der Konzeption von Ausstellungen, Provenienzforschung, Kunst- und Kulturvermittlung sowie in nachhaltiger Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Zu ihrem künftigen Aufgabengebiet gehört u.a. die Assistenz der Heimatstuben bei der Konservierung und Inventarisierung der Bestände sowie bei der Steigerung der Attraktivität von deren Präsentation. Vorrangiges Ziel ist der Erhalt der Heimatsammlung vor Ort in Trägerschaft der Heimatvertriebenen bzw. deren Nachkommen. Bei Bedarf wird aber auch Unterstützung geleistet, wenn Bestände in ein kommunales oder überregionales Museum oder in eine Einrichtung der Herkunftsgebiete überführt werden sollen. Daneben wird Frau Aldenhoff auch den wissenschaftlichen Fachbereich Kunstgeschichte betreuen.

Der Diplom-Kaufmann Christian Bronder ist für den Bereich „Finanzielle Förderungen“ zuständig und bietet für die Einrichtungen der eigenständigen Kulturarbeit der deutschen Heimatvertriebenen fachbezogene Assistenz an. Der Absolvent der Fachhochschule für Wirtschaft (Berlin) und der Anglia Ruskin University (Cambridge u. Chelmsford UK) war nach seinem Studium der BWL viele Jahre im Fördergeschäft des Landes Berlin, des Bundes und der EU tätig. Im Rahmen der EU-Erweiterung war er auch regelmäßig als Berater und Multiplikator in den Beitrittsländern engagiert. Darüber hinaus war er im Rahmen der Zusatzqualifikationen SAP-Berater FI/CO und Bilanzbuchhalter (IHK gepr.) auch freiberuflich als beratender Betriebswirt tätig. Zu seinen künftigen Aufgabengebieten bei der Kulturstiftung gehören u.a. die Beratung über Fördermöglichkeiten, Assistenz bei der Erstellung von Förderanträgen und Verwendungsnachweisen sowie die Beratung bei der Einwerbung von Drittmitteln nichtöffentlicher Art.

Frau Dr. Kathleen Beger leitet fortan die wissenschaftlichen Fachbereiche Geschichte/Zeitgeschichte, Staats- und Völkerrecht sowie Literaturgeschichte. Sie hat Ostslawistik, Polonistik und Osteuropäische Geschichte in Leipzig, Kiew und Wien studiert und im Rahmen der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien an der Universität Regensburg im Fach Geschichte promoviert. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Slawistik der Universität Wien und am Lehrstuhl für Geschichte Südost- und Osteuropas der Universität Regensburg, wo sie Forschungs-, Redaktions- und Lehrtätigkeiten wahrgenommen hat.

Den Bereich Öffentlichkeitsarbeit wird fortan Tomáš Randýsek betreuen, der an der Humboldt-Universität zu Berlin Bohemistik und Neuere deutsche Literatur studierte. Herr Randýsek arbeitete für den Termindienst der Nachrichtenagentur dapd (zuvor ddp) in Berlin und als Entsandter des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) in Prag als Redakteur für die Landeszeitung und die Zeitschrift LandesEcho. Zu seinen künftigen Aufgaben wird neben der Betreuung der Öffentlichkeitsarbeit der Kulturstiftung selbst auch die Entwicklung von Formaten gehören, um die Öffentlichkeitsarbeit der Einrichtungen der eigenständigen Kulturarbeit der Vertriebenen untereinander und mit anderen wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen, auch grenzüberschreitend, besser zu vernetzen, den Informationsfluss zu befördern und nachhaltige Synergieeffekte anzustoßen. Gleiches gilt für eine bessere Abstimmung der Publikationsorgane. Ebenfalls wird Herr Randýsek künftig u.a. Assistenz beim Einsatz neuer Medien und einer nachhaltigen Öffentlichkeitsarbeit anbieten.

Noch einzustellen ist ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin für den Bereich „Grenzüberschreitende Zusammenarbeit“, der insbesondere die Zusammenarbeit der Einrichtungen der eigenständigen Kulturarbeit der Vertriebenen mit den Einrichtungen der deutschen Minderheiten und darüber hinaus befördern soll.

Im Rahmen der Gesprächsrunde präsentierten der vormalige Geschäftsführer der Kulturstiftung Dr. Ernst Gierlich und Geschäftsführer Thomas Konhäuser auch das vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Projekt „Virtuelle Heimatsammlungen in Nordrhein-Westfalen“. Hierbei geht es um die digitale Erfassung und die virtuelle Präsentation der Exponate, also der sächlichen Objekte ausgewählter Heimatsammlungen. Die Exponate werden hierzu fotografisch aufgenommen und dann samt einer Beschreibung und weiteren Informationen im Internet in Form einer „virtuellen Heimatsammlung“ verfügbar sein. Der Besucher der Internetseite soll sich in den Räumen der Sammlung frei bewegen können, ganz gemäß seinen Interessen, sei es in den real bestehenden, in 360°-Panorama-Fotografie abgelichteten Räumen, oder, wo dies nicht möglich ist, in virtuell konstruierten Räumen. Er kann sich dann auf einzelne Objekte konzentrieren, sie mit anderen Exponaten vergleichen und dabei zugleich wesentliche Informationen zu dem einzelnen Objekt oder zu Gruppen von Objekten abrufen.

Die Landesbeauftragten stimmten überein, dass die Neuausrichtung der Kulturstiftung mit der Schaffung neuer Personalstellen sehr zu begrüßen sei und auch länderübergreifend zu Synergieeffekten führen wird. Gerne werde man die Kulturstiftung in ihrer Arbeit unterstützen. Gemeinsam diskutierte man insbesondere Möglichkeiten des Erhalts der Heimatsammlungen vor Ort in den Kommunen, aber auch die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.  Kulturstiftung und Landesbeauftragte vereinbarten, gegenseitig in engem Austausch zu bleiben und sich im Herbst zu einer weiteren gemeinsamen Gesprächsrunde zu treffen.

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