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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Adeliges Leben im Baltikum

19.05.2019 – 28.07.2019
Schloss Caputh – Saal im Westlichen Erweiterungsflügel
Straße der Einheit 2,
14548 Schwielowsee

Herrenhäuser in Estland und Lettland. Ausstellung mit Begleitprogramm

Plakat zur Ausstellung: Kolk/Kolga war eines der ältesten, größten und reichsten Güter in der Ostseeprovinz Estland. Das repräsentative Herrenhaus wurde in den 1760er Jahren für Karl Magnus Graf von Stenbock (1725–1798) errichtet.

Plakat zur Ausstellung: Kolk/Kolga war eines der ältesten, größten und reichsten Güter in der Ostseeprovinz Estland. Das repräsentative Herrenhaus wurde in den 1760er Jahren für Karl Magnus Graf von Stenbock (1725–1798) errichtet.

Der im 19. Jahrhundert geprägte Begriff Baltikum bezog sich ursprünglich ausschließlich auf das ehemalige Herrschaftsgebiet des Deutschen Ordens, Alt-Livland, bzw. die vormaligen Ostseeprovinzen des russischen Reiches, im Wesentlichen das Territorium der heutigen Staaten Estland und Lettland. Die mit den Ordensrittern ins Land gekommenen deutsche Adeligen gehörten bis Ende des 19. Jahrhunderts zur Oberschicht. Der deutschbaltische Adel besaß bis zu 70% der Landfläche in Alt-Livland und übten damit auch wirtschaftliche und politische Macht aus.

Die Ausstellung stellt an Hand ausgewählter Beispiele adelige Gutsanlagen mit dem Herrenhaus im Zentrum und ihre Geschichte vor. Einige der ältesten Herrenhäuser gingen aus umgebauten Burgen der Ordensritter hervor. Noch im 18. Jahrhundert wurde ein Großteil der Gebäude aus Holz errichtet. Die meisten der noch erhaltenen Herrenhäuser entstanden im 19. Jahrhundert in den verschiedenen Spielarten des Historismus.

Der Gutshof umfasste Speicherräume und Ställe für Reit- und Arbeitstiere, aber auch Wohnräume für Bedienstete und verschiedene Wirtschaftsgebäude. Deren räumliche Nähe zum Herrenhaus spiegelte sich im architektonisch und stilistisch einheitlichen Aussehen des engsten Hofensembles. Im 18 Jahrhundert umgab das Herrenhaus ein Park im Stil des Barock, später in Form eines englischen Landschaftsgartens.

Mit der Entstehung der Nationalstaaten Estland und Lettland nach dem Ersten Weltkrieg endete die herausgehobene Stellung der deutschen Oberschicht.
Von dem erhaltenen bauhistorischen Erbe wartet neben einigen Dutzend herausragend rekonstruierter Beispiele die Mehrzahl auf ihre Instandsetzung und eine sinnvolle neue Nutzung.

Ausstellungseröffnung

Samstag, 18. Mai 2019
15:00 Uhr
weitere Informationen

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag
10:00 bis 17:30 Uhr

Eintritt

frei

Hinweis zur Anreise

Öffentliche Verkehrsverbindungen:

  • Mit der Regionalbahn bis Bahnhof Caputh-Schwielowsee oder Caputh-Geltow, ca. 20 Min. Fußweg
  • Mit dem Bus 607 vom Hauptbahnhof Potsdam bis Haltestelle Schloss Caputh
  • Mit dem Schiff ab Anlegestelle Potsdam Lange Brücke zum Schloss Caputh

Begleitprogramm

Im Rahmen der Ausstellung werden drei Vorträge angeboten. Das Begleitprogramm ist eine gemeinsame Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa und des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte.

ACHTUNG: Das Rahmenprogramm findet nicht im Schloss Caputh statt, sondern im

Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
Kutschstall
Am Neuen Markt 9
Potsdam

Donnerstag, 23. Mai 2019, 18.00 Uhr
Herrenhäuser im Baltikum
Ihre bauliche Entwicklung im Kontext der wechselnden Machtverhältnisse
Vortrag von Prof. Dr. Sabine Bock, Schwerin

Donnerstag, 13. Juni 2019, 18.00 Uhr
Ein Schloss und seine Bewohner
Das Herrenhaus Allatzkiwwi/Alatskivi
Vortrag von Julian Windmöller, Lüneburg

Donnerstag, 20. Juni 2019, 18.00 Uhr
Baltische Herrenhäuser
Spuren des deutschbaltischen Adels in Estland und Lettland
Vortrag von Dr. Agnese Bergholde-Wolf, Marburg

Der Ausstellung Adeliges Leben im Baltikum. Herrenhäuser in Estland und Lettland wurde vom Deutschen Kulturforum östliches Europa und dem Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung, Institut der Leibniz-Gemeinschaft, Marburg erstellt und wird vom Kulturforum in Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg im Schloss Caputh gezeigt.

Das Konzept wurde von Dr. Agnese Bergholde-Wolf erstellt, die auch die Texte verfasste. Der Großteil der gezeigten Fotos befindet sich im Bildarchiv des Herder-Instituts.