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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausstellung: Kirchenschätze aus Tulcea

28.07.2019-13.10.2019
Siebenbürgisches Museum Gundelsheim e.V.
Schloss Horneck 1
74831 Gundelsheim
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In Kooperation mit dem Brukenthalmuseum Hermannstadt/Sibiu präsentiert das Siebenbürgische Museum einzigartige Kirchenschätze der Diözese Tulcea (Rumänien), die in Hermannstadt aufwendig restauriert wurden.
Die Ausstellung „Kirchenschätze aus Tulcea“ lädt die Öffentlichkeit dazu ein, mehr über ein bemerkenswertes Erbe an liturgischen Objekten zu erfahren, die für das kulturelle und religiöse Gebiet Nord-Dobrudscha im 18., 19. und 20. Jahrhundert repräsentativ sind.In der Region vermischten sich westliche und orientalische, byzantinische und slawische Einflüsse auf besondere Weise. Die multiethnische Gesellschaft aus Griechen, Bulgaren, Lipowanern, Ukrainern, Aromanen, Italienern und Rumänen schuf dort im Laufe der Jahrhunderte ein Klima gegenseitigen Respekts, wie es in Europa nur selten anzutreffen war. Im 19. Jahrhundert siedelten auch schwäbische Kolonisten in der Dobrudscha und fügten sich in die multiethnische Gesellschaft mit ihrer eigenen Kultur ein.

Die religiösen Gegenstände aus der Diözese Tulcea zeigen eine lokale Bildsprache, indem sie spezifische Ausdrucksmittel aufweisen, die für den byzantinischen und slawischen Stil charakteristischsind. In ihren Ornamenten wird aber auch die künstlerische Verbindung zur barocken Silberschmiedetradition Mitteleuropas sichtbar; eine kulturelle Verbindung, die insbesondere durch die Werke siebenbürgischer Goldschmiede entstand. Bereits seit dem Spätmittelalter waren diese auch für Auftraggeber jenseits der Karpaten tätig. Besonders die barocke Formensprache der Gefäße aus der Blütezeit des Silberschmiedehandwerks in Siebenbürgen blieb bis ins 19. Jahrhundert ein wichtiger Bezugspunkt für die rumänischen Werkstätten – auch in der Dobrudscha.

Die Ausstellung zeigt neben Evangelienbüchern mit in Silber getriebenen Einbänden (darunter eines mit osmanischem Silberstempel) noch Kelche aus dem frühen 19. Jahrhundert mit prismatischen Füßen, verzierten Sockeln sowie konischer Kuppa. Das Dekor weist gotische, byzantinische und russische Einflüsse auf. Neben den Figuren Christi und der Heiligen zeigt die Verzierung der Kelche figürliche Darstellungen und üppige Pflanzenmotive.
Ein Prozessionskreuz von beeindruckender Größe ist ein im wahrsten Sinne herausragendes Exemplar, das der Tradition der Silberschmiede auf dem Berg Athos folgt. Da das Kreuz den Opfertod Jesu symbolisiert, zeigen seine geschnitzten hölzernen Bildfelder die wichtigsten Momente im Leben Jesu, schwerpunktmäßig Passionsszenen.
Die Ikone des Hl. Demetrios zeichnet sich ebenfalls durch ihre ungewöhnliche Größe aus und ist eines der wichtigsten Stücke in der Sammlung der Ikonen aus der Dobrudscha; sie ist in Silber getrieben und in das Jahr 1833 datiert. Zu den Tabernakelschreinen mit russischem Einfluss, die für Prozessionszwecke dienen, gehört jener aus dem Kloster Celic Dere, in der Form einer Kirche.

Weitere Infos unter: www.siebenbuergisches-museum.de