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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausstellung: Zeugen für Menschlichkeit

10.03.2018 – 08.04.2018
Haus der katholischen Kirche
Königstraße 7
70173 Stuttgart

Christlicher sudetendeutscher Widerstand 1938–1945

»Zeugen für Menschlichkeit« – die Ausstellung unter diesem Titel stellt in zehn, von Wolftraud de Concini verfassten Lebensbildern Menschen vor, die sich aus christlicher Überzeugung gegen den Nationalsozialismus gestellt haben und so Opfer dieses menschenverachtenden Regimes wurden. Es handelt sich um fünf Priester, zwei Ordensfrauen und drei Laien, die mit ihrem Lebenszeugnis auf je einer Stele als Beispiel und Vorbild vor uns stehen.

Bis zum Münchner Abkommen 1938 und zur vollständigen Besetzung Böhmens und Mährens 1939 lebten sie als Deutsche in der Tschechoslowakei. Der historische Kontext ihres Lebens und Wirkens wird in den ersten beiden Stelen wie in einem geöffenten Lehrbuch vorgestellt.

Das Ende des Nationalsozialismus durften die vorgestellten Personen nicht mehr erleben. Sie starben schon vorher in den Konzentrationslagern oder wurden hingerichtet. An sie und darüber hinaus an alle weiteren christlichen sudetendeutschen NS-Gegner der Jahre 1938 bis 1945 will die Ausstellung erinnern. Ein „Gedenkbuch“ mit allen bisher bekannten Namen bildet daher den Abschluss.

Der Ministerpräsident der Tschechischen Republik, Bohuslav Sobotka, verweist als Schirmherr der Ausstellung darauf, dass die tschechische Regierung schon in der Vergangenheit ehemalige tschechoslowakische Staatsbürger deutscher Nationalität, die sich gegen den Nazismus gestellt haben, gewürdigt hat. Er sieht den Wert dieser Ausstellung darin, dass mit ihr das Bewusstsein über den christlichen Widerstand erweitert werde. Die Ausstellung knüpft damit an die Gesten früherer tschechischer Ministerpräsidenten an.

Auch der Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz Kardinal Dominik Duka hat die Schirmherrschaft über die Ausstellung übernommen. Aus seiner Sicht sind die Gläubigen von heute denjenigen, die den christlichen Glauben nicht verleugnet haben, vieles schuldig. Sie sind Zeugen dafür, wie groß die Gabe und die Kraft des wahren Glaubens sind.

Noch ist der christliche sudetendeutsche Widerstand 1938 bis 1945 wissenschaftlich nicht umfassend aufgearbeitet. Die Initiatoren der Ausstellung „Zeugen für Menschlichkeit“ erhoffen sich von ihr einen Impuls hierzu.

Folgende Personen werden vorgestellt:

Engelmar Hubert Unzeitig – Ein Märtyrer der Christenheit (1911-1945)

Richard Henkes – Ein Apostel der deutsch-tschechischen Versöhnung (1900-1945)

Roman Karl Scholz – Weltgewandter Widerständler und tief christlicher Chorherr (1912-1944)

Augustinus Franz Schubert – Ein zweisprachiger Priester, in zwei Welten zuhause (1902-1942)

Karl Schrammel – Singfreudiger Musiker, freimütiger Priester (1907-1945)

Maria Restituta Helene Kafka – Eine lebensfrohe, opferbereite Ordensfrau (1894-1943)

Epiphania Barbara Pritzl – Begeisterte Lehrerin, couragierte Schulschwester (1881-1944)

Eduard Schlusche – Furchtloser Buchhändler und christlicher Kämpfer (1894-1945)

Josef Tippelt – Lehrer, Christ und ungewollter Held (1908-1943)

Hanns Georg Heintschel von Heinegg – Patriot und sensibler Lyriker, standhafter Christ (1919-1944)

Kontakt:

Pfarramt Christkönig, Friedrich-Ebert-Str. 5, 90766 Fürth
Tel. 0911 – 72 30 36 – 0
Fax 0911 – 72 30 36 -30
E-Mail christkoenig.fuerth@erzbistum-bamberg.de

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 8.00 – 12:00 Uhr
Montag bis Freitag 14:00 – 17:00 Uhr (nicht in den Ferienzeiten)
Montag bis Freitag 8.00 – 12:00 Uhr (nicht in den Ferienzeiten)

Ausstellungszeit: 14.11. – 19.11.2017

Eine Ausstellung des Sdružení Ackermann-Gemeinde (Prag), der Technischen Akademie Prag, der Ackermann-Gemeinde (München) mit freundlicher Unterstützung der Tschechischen Bischofskonferenz, dem Erzbistum Prag, dem Verband der Diözesen Deutschlands und dem Tschechischen Zentrum München.