Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen
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Ausstellungseröffnung: „Hertha“ von Filip Raif und Dr. Serafine Lindemann

28.05.2020, 17.30 Uhr
Haus des Deutschen Ostens,
Am Lilienberg 5,
81669 München

 


2020 feiert Hertha Lindemann ihren 100. Geburtstag. Sie ist 1920 auf dem Gut Kunzendorf in der Altvaterregion, in Mährisch-Schlesien, das heute zu Tschechien gehört, auf die Welt gekommen. Die Familie war mehrsprachig: In Herthas Elternhaus war Deutsch ebenso zu hören wie Französisch; später lernte sie auf der Schule als weitere Sprache Tschechisch. Nach dem Abitur ging Hertha nach Prag und nahm dort ein Studium an der Karls-Universität auf. Nach der Vertreibung 1945 verschlug es sie zunächst nach Schweden, später nach Deutschland, wo sie sich in Hamburg niederließ. Die Heimat gehörte jedoch für Hertha nie zur Vergangenheit: trotz ihres hohen Alters hat sie die Region Altvaterland wiederholt besucht und Kontakte zu ihren neuen tschechischen Bewohnern aufgenommen. Filip Raif ließ sich von ihrer Geschichte zur grafischen Novelle „Hertha“ inspirieren, die die Grundlage für die gleichnamige Grafikausstellung bildet. Herthas Tochter, die Projekt- und Ausstellungskuratorin Dr. Serafine Lindemann, wirkte bei dem Projekt mit. Die Zusammenarbeit zwischen Hertha und Serafine Lindemann und Filip Raif entwickelte sich im Rahmen des deutsch-tschechischen Kunst-, Literatur- und Musikfestivals „Im Zentrum“/„V centru“ in der Region Altvaterland. 2019 gestaltete Filip Raif zu Ehren von Hertha Lindemann einen Raum im Festival-Haus.
Filip Raif ist ein tschechischer Grafiker und Plakatkünstler mit Sitz in Freiwaldau/Jeseník, in der Altvaterregion. Er absolvierte die Akademie für Kunst, Architektur und Design Prag. Filip Raif entwirft Buchillustrationen, Produkt- und Firmendesigns. In seinen individuellen Projekten setzte er sich wiederholt mit Sujets und Motiven aus der Geschichte der Altvaterregion auseinander. Raif ist Teilnehmer zahlreicher Ausstellungen in und außerhalb Tschechiens.