Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen
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Buchpräsentation und Podiumsgespräch: Gemeinsame Vergangenheit, gemeinsame Erinnerung?

09.07.2020, 19.00 Uhr
Haus des Deutschen Ostens,
Am Lilienberg 5,
81669 München

 

Das Projekt eines deutsch-russischen Geschichtsbuches

Referenten: Professor Dr. Dr. h.c. (mult.) Horst Möller (München), Professor Dr. Helmut Altrichter (Erlangen-Nürnberg), Professor Dr. Dietmar Neutatz (Freiburg)

Ein Briefwechsel zwischen Bundeskanzler Helmut Kohl und dem russischen Präsidenten Boris Jelzin rief 1997/98 die Gemeinsame Deutsch-Russische Historikerkommission ins Leben.  Mit auf beiden Seiten je 12 Mitgliedern (Historikern und Archivaren) sollte sie zur bilateralen Erforschung der jüngeren deutschen und russischen Geschichte beitragen: durch eine Erleichterung des Zugangs zu Archiven, die Beratung und Unterstützung interessierter Wissenschaftler, die gemeinsame Erörterung wichtiger historischer Themen und die Veröffentlichung von wissenschaftlichen Untersuchungen und Materialien.
Ein Projekt dieser Kommission war die Erarbeitung eines gemeinsamen deutsch-russischen Geschichtsbuches, geschrieben für einen breiten Adressatenkreis. Reich bebildert, sollte es von der Geschichte Deutschlands, Russlands und ihren Beziehungen zueinander erzählen, in essayartigen Artikeln, die jeweils Schlüsselereignisse, -personen und -institutionen in den Mittelpunkt stellten, darunter auch Artikel zur Geschichte und Kultur der Deutschen in Russland (und der Russen in Deutschland). Das Besondere: jeder Artikel sollte von einem deutschen und einem russischen Historiker gemeinsam verfasst werden und die deutsche und die russische Ausgabe in Text, Bildmaterialien und Layout identisch sein.
Das Projekt steht vor dem Abschluss. Die drei Bände vom 18. bis zum 20. Jahrhundert (deren letzter in diesem Sommer erscheint) enthalten auf insgesamt 1.160 Seiten 85 Essays, von knapp hundert Autoren aus Deutschland und Russland, unter ihnen viele jüngere Wissenschaftler, die nicht Mitglied der Kommission sind.
Professor Dr. Dr. h.c. (mult.) Horst Möller und Professor Dr. Helmut Altrichter sind auf deutscher Seite Hauptherausgeber des Werkes, Professor Dr. Dietmar Neutatz schrieb (zusammen mit seinem russischen Kollegen, Professor Dr. Arkadi German) den Artikel „Deutsche in Russland im 19. Jahrhundert“.
Professor Dr. Dr. h.c. (mult.) Horst Möller (geb. 1943 in Breslau) gilt als einer der renommierten Neuzeithistoriker Deutschlands. Er war u.a. Direktor des Deutschen Historischen Instituts (DHI) Paris und Direktor des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) München-Berlin.
Professor Dr. Helmut Altrichter (geb. 1945 in Alt-Moletein, Mähren/heute Tschechien) war Professor für Neuere und Osteuropäische Geschichte an der Universität Augsburg und Inhaber des Lehrstuhls für Osteuropäische Geschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg.
Professor Dr. Dietmar Neutatz (geb. 1964 in Bad Homburg) ist seit 2003 Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Osteuropäische Geschichte an der Universität Freiburg. Von Dietmar Neutatz liegen u.a. vor: (als Hrsg.), Die Deutschen und das östliche Europa. Aspekte einer vielfältigen Beziehungsgeschichte. Festschrift für Detlef Brandes zum 65. Geburtstag (2006); (als Hrsg.), Besetzt, interniert, deportiert. Der Erste Weltkrieg und die deutsche, jüdische, polnische und ukrainische Zivilbevölkerung im östlichen Europa (2013); Träume und Alpträume. Eine Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert (2013).

Weitere Infos unter: https://www.hdo.bayern.de