Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen
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Bürgermeisterinnen, Ärztinnen, Archivarinnen

18.11.2020, 17.00 Uhr
Museum Viadrina Frankfurt (Oder)
Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Straße 11,
15230 Frankfurt (Oder)

 

Die Frauen in Frankfurt (Oder) 1945 und in den ersten Nachkriegsjahren. Podiumsdiskussion mit Ursula Basel und Sahra Damus, Moderation: Magdalena Abraham-Diefenbach. Anschließend Filmvorführung: »Bürgermeister Anna« mit Einführung von Ralf Forster und Jeanette Toussaint

Bürgermeisterinnen, Ärztinnen, Archivarinnen Platzhalterdarstellung für ausgewählte Veranstaltungen
Szenenfoto aus »Bürgermeister Anna«, © DEFAStiftung / Erich Kilian

Nach dem Kriegsende übernahmen Frauen in der deutschen Gesellschaft in einer Weise Verantwortung in der Öffentlichkeit, wie kaum jemals zuvor. Da viele (Ehe-)Männer entweder gefallen oder in Kriegsgefangenschaft waren, mussten sich Frauen, häufig auf sich allein gestellt, im Alltag der ersten Nachkriegsjahre behaupten. Ihr Gestaltungswille findet Ausdruck in ausgeübten Berufen und übernommenen gesellschaftlichen Funktionen, auch in Frankfurt (Oder): In dieser Zeit ist Irmgard Paetsch (1898–1988) Bürgermeisterin von Frankfurt (Oder), Ursula Sellschopp (1915– 1998) und Hedwig Hahn (1891–1980) sind als Ärztinnen tätig, Helene Hannemann (1908–1990) engagiert sich im politischen und kulturellen Bereich und Elfriede Schirrmacher (1894–1978) ist als Stadtarchivarin tätig. Ihre Biographien entwerfen ein spannendes Panorama der deutschen Gesellschaft nach der »Stunde Null«.

Podiumsdiskussion mit
  • Ursula Basel, Tochter von Irmgard Paetsch, der ersten Bürgermeisterin von Frankfurt (Oder) nach dem Zweiten Weltkrieg
  • Sahra Damus, Mitglied des Brandenburgischen Landtags (Bündnis 90/Die Grünen), ehemalige Projektkoordinatorin »FrauenOrte in Frankfurt (Oder) und Słubice«
  • Moderation: Dr. Magdalena AbrahamDiefenbach, Institut für angewandte Geschichte − Gesellschaft und Wissenschaft im Dialog e. V.

anschließend:

Filmvorführung

»Bürgermeister Anna«
Regie: Hans Müller, DDR 1949/1950, 87 Min.

Der Film erzählt am Beispiel einer jungen Frau, die Bürgermeisterin eines Dorfes wird, wie Rollenbilder ab 1945 ins Wanken geraten und neu verhandelt werden müssen. Erst als der Konflikt um überkommene Traditionen eskaliert, setzt im Dorf langsam ein Umdenken ein.

Einführung:
Dr. habil. Ralf Forster und Jeanette Toussaint, Filmmuseum Potsdam

Die Reihe

Flyerbild zur Veranstaltungsreihe. © Bundesarchiv

Das Museum Viadrina, das Institut für angewandte Geschichte – Gesellschaft und Wissenschaft im Dialog e.V. und das Deutsche Kulturforum östliches Europa laden Sie zur Veranstaltungsreihe Bahnhof Europas. Frankfurt (Oder) 1945 herzlich ein. Mit fünf Veranstaltungen in Frankfurt (Oder) und Potsdam, in die teilweise Zeitzeugen eingebunden sind, möchten wir mit Ihnen 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Potsdamer Konferenz ein Stück wechselvoller brandenburgischer, aber auch europäischer Geschichte entdecken. weitere Informationen

Weitere Termine der Reihe

Dienstag, 2. Juni 2020, 18:00 Uhr
Bahnhof Europas. Frankfurt (Oder) 1945
Vortrag von Prof. Dr. Werner Benecke. Anmoderation: Dr. Martin Schieck
Live als -Premiere

Montag, 28. September 2020, 18:00 Uhr
Von Sibirien nach Słubice
Vortrag von Prof. Dr. Beata Halicka, Universität Posen/Poznań mit anschließendem Gespräch mit Zeitzeugen vom Verband der Sibiriendeportierten (Związek Sybiraków), Moderation: Dr. Magdalena Abraham-Diefenbach, Institut für angewandte Geschichte
Ort: Museum Viadrina, Frankfurt (Oder)

Montag, 28. Oktober 2020, 18:00 Uhr
Die Russen sind da! Frankfurt (Oder) in den ersten beiden Nachkriegsjahren
Vortrag von Dr. Jörg Morré, Deutsch-Russisches Museum, Berlin-Karlshorst, Moderation: Dr. des. Karl-Konrad Tschäpe, Museum Viadrina
Ort: Museum Viadrina, Frankfurt (Oder)

Freitag, 30. Oktober 2020, 18:00 Uhr
Europe on the Move. Frankfurt (Oder) 1945
Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Beata Halicka, Universität Posen/Poznań, Dr. Andreas Kossert, Historiker, Berlin, Dr. des. Karl-Konrad Tschäpe, Museum Viadrina, Moderation: Dr. Ulrich Mählert, Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (angefragt), im Rahmen der Ausstellung »Potsdamer Konferenz 1945 – Die Neuordnung der Welt«
Ort: Schloss Cecilienhof, Potsdam

Ein Projekt des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Kooperation mit dem Institut für angewandte Geschichte – Gesellschaft und Wissenschaft im Dialog e.V. und dem Museum Viadrina in Frankfurt (Oder) im Rahmen des Themenjahres »Krieg und Frieden. 1945 und die Folgen in Brandenburg – Kulturland Brandenburg 2020«. Gefördert wird es durch das Kulturland Brandenburg und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Foto unten:
Flyertitelbild: Frankfurt/Oder: Rückkehr deutscher Kriegsgefangener
Foto: © Bundesarchiv, Bild 183V00602/Foto: Malischew | Juli 1946