Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen
Kulturportal Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR

Dr. Andrzej Michalczyk: Migrationsgeschichte Oberschlesiens.

04.03.2021, 19.00 Uhr
Martin-Opitz-Bibliothek
Berliner Platz 5
44623 Herne

 

 

Globale Migrationen aus lokaler Perspektive

In Kooperation mit dem Kulturreferenten für Oberschlesien.

Die Region Oberschlesien ist ein herausragendes Beispiel für eine tiefverankerte Kultur der Migration. Von hier aus migrierten Einwohner in alle Himmelsrichtungen und entwickelten transmigrantische Routen nach Russisch-Polen, Großpolen, in das Innere des Deutschen Reiches, die US-amerikanischen Bundesstaaten Wisconsin und Minnesota und in die südbrasilianische Provinz Paraná. Durch die Beseitigung der Leibeigenschaft und des behördlichen und grundherrlichen Aufenthaltsbestimmungsrechts nahm die Mobilität der Oberschlesier ab der Mitte des 19. Jahrhunderts massiv zu. Die unterschiedlichen Routen und komplexen Hintergründe dieser Migrationen sind bis heute kaum erforscht, obwohl die Ansiedlung von Oberschlesiern an äußerst verschiedenen Breitengraden einen ungewöhnlich vielschichtigen Einblick in das Phänomen des Migrierens im breiteren, ja globalen Zusammenhang bietet. Anhand der vielfältigen oberschlesischen Migrationsbewegungen in und über Europa hinaus wird zudem der Wandel eines deutsch-polnischen Grenzraums und die Genese transnationaler Migrationsnetzwerke sichtbar. Die vielfältigen Migrationsbewegungen, die von Oberschlesien ausgingen, nach Oberschlesien zurückführten und transnationale Räume entstehen ließen, regen dabei dazu an, das Eigene und das Fremde immer wieder aufs Neue zu reflektieren.

Referent: Dr. Andrzej Michalczyk studierte an der Universität Warschau und promovierte  an der Universität Erfurt (die Dissertation wurde mit dem Förderpreis des polnischen Generalkonsulats in Köln ausgezeichnet).  Es folgten verschiedene Stipendien und Forschungsaufenthalte u.a. am Institut für Europäische Geschichte in Mainz sowie am Herder-Institut Marburg. Seit Oktober 2007 ist er akademischer Rat für Neuere und Neueste und Ostmitteleuropäische Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Er hatte außerdem mehrere Gastdozenturen wie etwa 2012 an der Schlesischen Universität Kattowitz, 2015 an der University of Strathclyde, Glasgow, 2017 an der Universität São Paulo, Brasilien und  2018 an der Central Michigan University, USA.

Vortragsort: Vortragsraum der MOB

Eintritt frei!

Keine Anmeldung erforderlich!

Hinweis: Während der Veranstaltungen der Martin-Opitz-Bibliothek werden Fotos zu Zwecken der Öffentlichkeitsarbeit gemacht. Sie haben das Recht dem zu widersprechen. Näheres hierzu finden Sie unter: https://www.martin-opitz-bibliothek.de/de/datenschutzerklarung