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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Film: Ein Dorf erwacht

26.05.2018 , 15:30
Bundesplatz-Kino
Bundesplatz 14,

10715 Berlin

Ein Film von Frieder Schuller. Filmvorführung und Gespräch im Rahmen der Dokumentarfilmreihe »Blick zurück – Blick nach vorne«

Standbild aus dem Film <i>Ein Dorf erwacht</i>

Standbild aus dem Film Ein Dorf erwacht

»Als ich vor acht Jahren das erste Mal nach Siebenbürgen kam, war ich überwältigt von der einzigartigen Schönheit und dem kulturellen Erbe des Landes«,

so Prinz Charles in Schullers Film. Im Fokus stehen: ein siebenbürgisches Dorf, Deutsch-Weißkirch/Viscri (Kreis Kronstadt/Brașov) und eine tatkräftige Frau, Caroline Fernolend, die optimistisch in die Zukunft blickt.

 

Es gibt eine Region in Rumänien, deren Dörfer Kirchenburgen sind und Namen tragen wie Deutsch-Weißkirch und Malmkrog. Hier holpern noch Pferdefuhrwerke über ungepflasterte Dorfstraßen und Gänse überqueren gelassen den Dorfbach. Das 21. Jahrhundert sieht anders aus. Doch jetzt soll Schluss sein mit der postkommunistischen Lethargie. Die Dörfer sollen wieder lebensfähig werden und das nicht nur durch Tourismus.

Die Dokumentation schildert den Aufbruch eines ehemals rumänisch-deutschen Dorfes in die moderne Zeit. Einmal im Jahr schaut hier der britische Thronfolger Prinz Charles vorbei, um zu sehen, wie sich die Dinge entwickeln. Denn der adlige Angelsachse ist Schirmherr der englisch-rumänischen Stiftung Mihai Eminescu Trust, die den Erhalt der siebenbürgisch-sächsischen Dörfer unterstützt. »Hilfe zur Selbsthilfe« heißt dabei die Devise.

Und es gibt auch schon wieder Schlosser, Schmiede, Maurer, Schreiner, Holzschnitzer, Maler, Ziegelbrenner und Korbflechter. Sie restaurieren in Eigenarbeit die dem Verfall ausgesetzten Häuser. Dorfbewohnerin Caroline Fernolend leitet die Initiative »Das ganze Dorf« und hilft, den kulturellen Reichtum der Region zu retten. Nachhaltige Restaurierungsprojekte nutzen dabei die lokalen Ressourcen, geben den Menschen Arbeit und Zuversicht.

 

Regie
Frieder Schuller

Produktion
Deutschland/Rumänien 2013

Der Regisseur

Frieder Schuller, geb. 1942 in Katzendorf/Cața (Rumänien), Studium der Theologie in Hermannstadt/Sibiu (Rumänien) und Germanistik in Cluj/Klausenburg (Rumänien), Redakteur der Karpatenrundschau Kronstadt Brașov (Rumänien), 1969 Veröffentlichung von Gedichtbänden Kreise ums Unvollendete, Ausgespielt, Mit rotem Wein viel lieber (Letzterer durch die Zensur verboten), ab 1972 Dramaturg am deutschsprachigen Theater in Hermannstadt, auch hier Zensurschikanen, 1978 Ausreise in die Bundesrepublik, wo er seither als Filmemacher (u. a. Der Glockenkäufer und Im Süden meiner Seele. Paul Celans Bukarester Jahre) und Autor (u. a. Theaterstück Ossis Stein oder Der werfe das erste Buch) tätig ist, zahlreichen Preise (u. a. Andreas-Gryphius-Preis).

Programm

Nach der Filmvorführung laden wir zu einem Gespräch mit dem Regisseur Frieder Schuller ein.

Moderation: Dr. Ingeborg Szöllösi, Südosteuropa-Referentin, Deutsches Kulturforum östliches Europa

Eintritt

6,– Euro