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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Filmsoirée: “In meinen Adern fließt kasachischer Tee”

26.03.2020, 19.00 Uhr
Haus des Deutschen Ostens
Am Lilienberg 5
81669 München

 

Moderation: Dr. Lilia Antipow, Haus des Deutschen Ostens, München

Referent: Jurij Diez (München)

Jurij Diez (geb. 1981 in Nowo-Donezk/Kasachstan) ist Theater- und Filmregisseur und Schauspieler. Seit 2002 lebt und arbeitet er in Deutschland. Zu seinem Repertoire gehören zahlreiche Rollen in Stücken aus klassischem und modernen Theaterrepertoire sowie in Mono-Stücken, mit denen er weltweit zu Festivals, unter anderem zum Theaterfestival auf dem Broadway (New York/USA) eingeladen wurde. Darüber hinaus führte er Regie in mehrsprachigen Inszenierungen in der Ukraine, in Russland und in China. 2015 wurde Jurij Diez als Bester männlicher Schauspieler beim Festival für zeitgenössisches Theater (Astrachan) und 2018 für Beste Regie beim Theaterfestival „Turgenev Fest“ (Sankt Petersburg) ausgezeichnet.

Über einen Zeitraum von vier Jahren portraitiert der Film die achtköpfige russlanddeutsche Aussiedlerfamilie Diez in ihrer neuen Heimat, dem oberbayrischen Freilassing, unmittelbar an der österreichischen Grenze. 15 % der ca. 18.000 Einwohner und Einwohnerinnen sind Aussiedler und Aussiedlerinnen aus der ehemaligen Sowjetunion.

Die Doku rekonstruiert anhand des umfangreichen privaten Foto- und Videoarchivs die Odyssee der Familie, die in Kasachstan ihren Ausgang nimmt, wohin ihre Großeltern 1941 nach dem Einfall der Nazis in die UdSSR als potentielle Verräter in Viehwagons von der Wolga deportiert wurden. Erst 1956, nach dem Tod Stalins, endet ihr Dasein als Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen. 1985 siedelt die Familie in den Wolgograder Bezirk zurück, wo sie bis zu ihrer Auswanderung nach Deutschland 2002 lebt.

Weitere Infos unter: www.hdo.bayern.de