Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen
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Filmsoirée: „Russlands Milleniumskinder“

24.09.2020, 19.00 Uhr
Haus des Deutschen Ostens,
Am Lilienberg 5,
81669 München

 

 

Referentin: Irene Langemann (Köln)

Moderation: Lilia Antipow, Haus des Deutschen Ostens, München

 

Die Kinder, die an dem Tag der Machtübernahme von Vladimir Putin, am 31. Dezember 1999, und in der Zeit um die Jahrtausendwende geboren wurden, kennen nur den Ex-KGB Mann im Himmel der Macht. Doch ähnlich wie ihre Gleichaltrigen im Westen gehören sie zur Internetgeneration, haben Zugang zu Informationen, die in den staatlich gelenkten Medien Russlands keinen Platz haben. Wie denkt und fühlt die Generation-Putin? Wie möchte sie in dem scheinbar erstarkten, aber trotzdem instabilen Land leben?

Von Sankt Petersburg bis Ostsibirien begleitet der Film unterschiedliche Vertreter dieser Generation: Vom glühenden Verehrer Putins, der es für richtig hält, dass die staatlich gesteuerte Propaganda einen Mythos um den ewigen Herrscher erschaffen hat, bis zu einer leidenschaftlichen Aktivistin der Opposition, die Putin und seine Unterstützer für eine ‚kriminelle Bande‘ hält, die mit verbrecherischen Methoden Reichtum angehäuft hat und das Volk verarmen lässt.

Der Film taucht in die Lebenswelten der Jugendlichen ein, zeigt Impressionen aus einer mit Stacheldraht umzäunten geschlossenen Stadt in Sibirien, aus dem impulsiven Moskau und einem muslimischen Dorf in Tatarstan. Das russische Bildungswesen wird in einem Polizeigymnasium oder bei der Ausbildung zum Koch sichtbar, die Methoden der Propaganda werden in einem Seminar für Journalistik-Studenten augenfällig.

Aus der Perspektive von Millenniumskindern, im Spannungsfeld von Privatem und Politischem, ist ein dichtes differenziertes Porträt der ‚Generation-Putin‘ entstanden (Text: Lichtfilm GmbH).

Irene Langemann (geb. 1959 in Issilkul/Russland) ist Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin. Seit 1990 lebt sie in Deutschland. Ihre Ausbildung absolvierte Irene Langemann an der Schtschepkin-Theaterhochschule (Moskau). In den 1980er Jahren hatte sie unter anderem die Leitung des Nasch-Theater (Moskau) inne. 1997 startete Langemann ihre Karriere als Filmemacherin. Seitdem sind mehr als zwei Dutzend Filme entstanden, darunter „Lale Andersen – Die Stimme der Lili Marleen“ (2001), „Eis und Orangen – Unterwegs im neuen alten Europa“ (2004), „Liebesgrüße aus Ramstein“ (2009), „Pawlenski – Der Mensch und die Macht“ (2016). Irene Langemanns Filme wurden mehrfach ausgezeichnet: 2001 mit dem „Certificate of Merit“ (für die Dokumentation „Russlands Wunderkinder“, 1999) beim San Francisco International Film Festival und 2007 mit dem „Standard-Publikumsjurypreis“ (für den Kinodokumentarfilm „Rubljowka. Straße zur Glückseligkeit“, 2008) auf der Viennale.

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