Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen
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Konzert Programmreihe 50 Jahre HDO

10.11.2020, 19.30 Uhr
Max-Joseph-Saal der Münchner Residenz,
Residenzstraße 1,
80333 München

 

Jubiläumskonzert „Crossing Life Lines“

 

Unter Schirmherrschaft der Bayerischen Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales Carolina Trautner

Künstler: Mulo Francel (Saxophon & Klarinette), Izabella Effenberg (Vibraphon), Philipp Schiepek (Gitarre), David Gazarov (Piano), Bernd Lhotzky (Piano), Robert Kainar (Drums), D.D. Lowka (Bass & Percussion), Sven Faller (Bass)

Eintritt frei, Eintrittskarte erforderlich, Eintrittskarten können ab dem 5. Oktober telefonisch unter 089/449993-0 oder per E-Mail an poststelle(at)hdo.bayern.de bestellt werden.

Saxofonist und Weltenbummler Mulo Francel versammelt kreative Musiker mit biografischen Wurzeln in Mittel- und Ost-Europa. Mit beflügelndem Jazz und World Music feiern sie 75 Jahre Frieden zwischen den Ländern. Einen historisch beispiellosen Frieden, der alles andere als selbstverständlich ist. Einen Frieden, den es zu erhalten gilt.

Die Idee zu diesem Album entstand während einer ausgedehnten Konzerttour von Mulo Francels Ensemble „Quadro Nuevo“ durch Tschechien und Polen. In der Begegnung mit unzähligen Menschen ließen ihm die Emotionen dieser Reise keine Ruhe. Essenzielle Fragen drängten sich auf: Wie gehe ich mit dem Leid um, das die Generation unserer Großväter verursacht hat? Spricht man es an? Entschuldigt man sich?

„Das Ende des Zweiten Weltkrieges ist über 75 Jahre her. Vorbei die Besatzung, das Internieren, das massenhafte Vergewaltigen und Töten, die Vertreibung aus der Heimat. Zumindest in Mitteleuropa und den angrenzenden Ländern im östlichen Europa. Ich suchte Kollegen, die mein Anliegen verstehen. Die aufgrund ihrer Biografie einen Sinn für das Überwinden von Grenzen und das Bauen von versöhnenden Brücken zwischen den Völkern haben.“ (Mulo Francel)

Wie die in Nürnberg lebende polnische Vibraphonistin Izabella Effenberg oder der Wiener Gitarrist Diknu Schneeberger, der jenische und Sinti-Wurzeln hat. Menschen, deren Familiengeschichte mehrschichtig ist. Stellvertreter für viele, die durch das Raster national geprägter Denkmuster fallen.

In einem friedlichen Projekt vereinen sich hier slawische und germanische, tschechisch-böhmische und sudetendeutsche, schlesische und ungarisch-österreichische, polnische und kaukasische, jüdische und christliche Elemente.

Ungeachtet ihrer Herkunft spielen sich die Künstler die klanglichen Bälle auf dem für den zeitgenössischen Jazz typischen Spielfeld der Ideen gegenseitig zu. Hier kreuzen sich ihre Lebenslinien. Indem sie sich in ihrer Musizierkunst, in ihren Liedern treffen. Lieder, die von den Biografien und Wurzeln der Beteiligten inspiriert sind. So etwa eine groovige Neufassung von Smetanas „Moldau“ oder der Song „Frieda“, den der junge Gitarrist Philipp Schiepek in Erinnerung an seine Urgroßmutter komponierte.

Weitere Infos unter: www.hdo.bayern.de