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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Programmreihe “Versailles, Trianon, Brest-Litowsk”

21.05.2019, 19.00 Uhr

Haus des Deutschen Ostens
Am Lilienberg 5
81669 München

 

‚Versailles‘ und die Neuordnung Europas 1919–1920

Referent: Professor Dr. Dr. h.c. mult. Horst Möller, München

Die Pariser Vorortverträge waren die bislang letzten Friedensverträge, die den größten Teil Europas betrafen. Anders als viele vorausgehende, multilaterale Friedensverträge hatten sie nicht das Ziel, die Vorkriegsordnung wiederherzustellen, sondern bezweckten eine auf dem Nationalitätsprinzip beruhende neue Staatenordnung, die auch die Demokratisierung dieser Staaten gewährleisten sollte. Das Ende mehrerer Großreiche führte zur Neu- oder Wiedergründung von Staaten und änderte mit den Friedensverträgen die Machtbalance zwischen den bisherigen Großmächten. Die ursprüngliche Zielsetzung wurde aber nur partiell realisiert; so blieb beispielsweise der Minderheitenschutz ein europäisches Problem. Die Mängel dieser Friedensordnung bewirkten immer wieder bi- oder multilaterale europäische Krisen. Kein Staat war durch die Friedensverträge tatsächlich zufrieden gestellt. Diese Krisenanfälligkeit führte schon bald zur Prognose neuer Kriege.
Der Vortrag behandelt in längerer historischer Perspektive Inhalte, Formen und Probleme der in den Pariser Vorortverträgen konzipierten Friedensordnung und ihre Konsequenzen.
Im Anschluss findet ein kleiner Empfang statt.
Professor Dr. Dr. h.c. mult. Horst Möller (geb. 1943 in Breslau) gilt als einer der renommierten Neuzeithistoriker Deutschlands. Er ist Verfasser von zahlreichen Publikationen zur europäischen Aufklärung, zur Geschichte der Weimarer Republik, zum Europa in der Zwischenkriegszeit, zum Nationalsozialismus und zur Nachkriegszeit.

In Kooperation mit: Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) e.V.

Weitere Infos unter: https://www.hdo.bayern.de