Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen
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»Unerhörte Familiengeschichten aus dem östlichen Europa«: Otto

12.09.2020, 15.30 Uhr
Literaturhaus Berlin – Kaminzimmer
Fasanenstraße 23
10719 Berlin

 

Lesung von Dana von Suffrin im Rahmen der Lesereihe »Unerhörte Familiengeschichten aus dem östlichen Europa«

Otto Platzhalterdarstellung für ausgewählte Veranstaltungen

Die ursprünglich für den 28. März 2020 geplante Lesung musste aufgrund des Corona-Virus auf den 12. September 2020 verschoben werden.

»In ihrem Romandebüt erzählt Dana von Suffrin, was es heißt, wenn ein starrköpfiger jüdischer Familienpatriarch zum Pflegefall wird. Und wie schwer es fällt, von einem Menschen Abschied zu nehmen, den man sein ganzes Leben eigentlich loswerden wollte.

Für sein Umfeld war Otto, der pensionierte Ingenieur, schon immer eine Heimsuchung. Aber als er aus dem Krankenhaus zurückkehrt, ist alles noch viel schlimmer. Nach wie vor ist er aufbrausend, manipulativ, distanzlos und von wahnwitzigen Einfällen beseelt – aber jetzt ist er auch noch pflegebedürftig. Seinen erwachsenen Töchtern macht er unmissverständlich klar: Ich verlange, dass ihr für mich da seid. Und zwar immer! Für Timna und Babi beginnt ein Jahr voller unerwarteter Herausforderungen, aber auch der Begegnung mit der eigenen Vergangenheit und Familiengeschichte, die so schräg ist, dass Außenstehende nur den Kopf schütteln können.

Klug, liebevoll und mit sehr viel schwarzem Humor erzählt Dana von Suffrin, wie Timna versucht, ihre dysfunktionale Familie zusammenzuhalten, ohne selbst vor die Hunde zu gehen. Otto ist Hommage und zugleich eine Abrechnung mit einem Mann, in dessen jüdischer Biografie sämtliche Abgründe des 20. Jahrhunderts aufscheinen.«
(Quelle: Verlag Kiepenheuer & Witsch)

Dana von Suffrin wurde 1985 in München geboren. Sie studierte Politikwissenschaft, Neuere und Neueste Geschichte und Komparatistik in München, Neapel und Jerusalem. Seit 2009 ist sie Museums- und Stadtführerin in München. 2017 Promotion mit einer Arbeit zur Rolle von Wissenschaft und Ideologie im frühen Zionismus, seitdem Postdoc an der LMU. Sie lebt in München.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Lesereihe Unerhörte Familiengeschichten aus dem östlichen Europa, die das Deutsche Kulturforum östliches Europa von Januar bis April 2020 in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Berlin ausrichtet.

Das Kulturforum wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

Autorenfoto Dana von Suffrin: © Gerald von Foris