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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

»Zur Sprache bringen, was nicht verschwiegen bleiben kann«

30.05.2018 , 18:00

Hans von Held – ein unbequemer Staatsdiener in Preußens Osten. Ein Vortrag von Anna Joisten, Stuttgart, Kuratorin der Ausstellung

Der in Schlesien geborene und heute vergessene Spätaufklärer Hans von Held (1764–1842) war im Preußen des ausgehenden 18. Jahrhunderts als rebellischer Staatsdiener berüchtigt und prägte die öffentlichen Debatten. Bekannt wurde Held durch seine radikale Kritik am preußischen Vorgehen infolge der Zweiten und Dritten Teilung Polens (1793/1795). Als Beamter 1793 in die neue Provinz Südpreußen versetzt, beobachtete er, wie hohe Vorgesetzte in den ehemals polnischen Gebieten ihre Macht missbrauchten und die unrechtmäßige Bereicherung des Adels auf Kosten der Allgemeinheit. In mehreren Enthüllungswerken machte er die Öffentlichkeit darauf aufmerksam.

Vor dem Hintergrund der Französischen Revolution und der polnischen Aufstände in den Teilungsgebieten war der preußische König bemüht, kritische Stimmen zu unterdrücken. Anstatt Helds Vorwürfe untersuchen zu lassen, ordnete er dessen Strafversetzung an und schließlich seine Festungshaft im hinterpommerschen Kolberg, heute Kołobrzeg.

Der Vortrag nimmt mit Hans von Held eine zentrale Figur in den politischen Netzwerken der preußischen Spätaufklärung in den Blick und widmet sich seinem Wirken in Preußens Osten. Beleuchtet werden dabei nicht nur die Erfahrungen, Kontakte und publizistischen Zeugnisse eines unbequemen Staatsdieners, sondern auch die konfliktreiche Geschichte, die Polen und Preußen im ausgehenden 18. Jahrhundert verband.

Im Rahmen dieses Vortrags wird auch das zur Ausstellung erschienene Buch Wortgewalten. Hans von Held – Ein aufgeklärter Staatsdiener zwischen Preußen und Polen vorgestellt.

Referentin

Anna Joisten arbeitet an der Universität Stuttgart an einer Dissertation zu Hans von Held und ist Kuratorin der Ausstellung »Wortgewalten. Hans von Held – Ein aufgeklärter Staatsdiener zwischen Preußen und Polen« sowie — neben ihrem Doktorvater Prof. Dr. Joachim Bahlcke — Mitherausgeberin des gleichnamigen Begleitbands, der 2018 im Verlag des Deutschen Kulturforum östliches Europa erschien.

Eintritt

5,- Euro
3,- Euro ermäßigt

Kasse und Information

T. +49 (0)331 62085-50

Veranstalter

Der Vortrag ist eine Begleitveranstaltung zur Ausstellung Wortgewalten – Hans von Held. Ein aufgeklärter Staatsdiener zwischen Preußen und Polen, die vom 6. Mai bis 15. August 2018 im Schloss Caputh gezeigt wird.